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An die
wechselvolle Geschichte von Linoleum, diesem mit Füßen getretenen
Material, erinnert eine Ausstellung, die das Badische Landesmuseum vom
10.August bis 18. November im Museum beim Markt in Karlsruhe zeigt.
Sie wurde vom Weißenhof-Institut der Staatlichen Akademie der
Bildenden Künste Stuttgart und vom Museum der Stadt Delmenhorst,
dem Zentrum der deutschen Linoleumindustrie, erarbeitet und soll den
Blick schärfen für ein weitgehend vergessenes Kapitel deutscher
Design- und Architekturgeschichte.
Um 1860 erfand der englische Ingenieur Frederic Walton das Linoleum.
Es besteht im wesentlichen aus Leinöl, Kork, Holzmehl, Harzen und
Farbpigmenten auf Jutegeweberücken.
Durch die Ökologie-Bewegung hat der aus nachwachsenden Rohstoffen
hergestellte Bodenbelag, der lange von Kunststoff- und Teppichböden
fast verdrängt war, in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt.
Kaum jemand erinnert sich jedoch daran, dass um die Jahrhundertwende
führende Gestalter wie Richard Riemerschmid, Henry van de Velde
und vor allem Peter Behrens diesem Material ihre Aufmerksamkeit schenkten.
In den zwanziger Jahren war Linoleum der moderne Bodenbelag schlechthin,
der in wegweisenden Projekten des Neuen Bauens wie der Weißenhof-Siedlung
in Stuttgart und der Dammerstock-Siedlung in Karlsruhe selbstverständlich
Verwendung fand.
Zahlreiche Exponate, darunter eine von Mies van der Rohe und Lilly Reich
konzipierte DLW-Linoleum-Ausstellungseinheit mit der Grafik von Willi
Baumeister und Karl Straub, belegen die künstlerische und kulturgeschichtliche
Bedeutung von Linoleum bis in die Gegenwart hinein.
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10.08.
- 18.11.2001,
Museum beim Markt
Karl-Friedrich-Str. 6,
76133 Karlsruhe
Öffnungszeiten:
Di - Do 11 bis 17 Uhr,
Fr - So 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreis: DM 5.-,
ermäßigt DM 3.-
Zur Ausstellung ist im Verlag Hatje Cantz eine Begleitpublikation zum
Preis von ca. DM 78,- erschienen. |