In der um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert einsetzenden Wiederbelebung des Kunstgewerbes spielt die Gestaltung von Silbergerät eine bedeutende Rolle. Es waren vor allem Architekten, Bildhauer und Maler, die sich darum bemühten, „Schönheit“ in das tägliche Leben zu bringen und ihren Zeitgenossen klar zu machen, dass diese nicht mit traditionellem Dekorformen gleichzusetzen ist.
Langsam wuchs das Bewusstsein für eine Ästhetik der reinen, schmucklosen Formen, die durch ihre Ausgewogenheit und tadellose Verarbeitung überzeugten. Die Reformbestrebungen erfassten ganz Europa, zeitigten allerdings durchaus regionale Ausprägungen und individuelle künstlerische Handschriften.



Von dieser Vielfalt ließ sich ein holländischer Privatsammler faszinieren, der in den letzten Jahren eine hervorragende Kollektion europäischen Silbergeräts der Zeit zwischen 1880 und 1940 zusammengetragen hat. Sie wird nun erst mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In Deutschland ist das Badische Landesmuseum die erste Station, an der die Schätze der Sammlung Alfons Leythe ausgebreitet werden. Dabei kommt nicht nur das Silber in den Blick, das der festlichen Tafel oder dem Teetisch Glanz verlieh, sondern auch Cocktailshaker und Zigarettenetuis, Gürtelschließen, Dosen und andere Kleingeräte, in denen sich der im Verlauf eines halben Jahrhunderts vollziehende Wandel bürgerlicher Lebensformen und Moden niederschlägt.
In das vielfältige Bild der Silberproduktion dieser Zeit gehören die großen Manufakturen in England, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Dänemark ebenso wie kleine individuell arbeitende Werkstätten.

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  15.12.2001 - 10.03.2002

Museum beim Markt
Karl-Friedrich-Str. 6,
76133 Karlsruhe