zurück 26. Oktober 2002 – 23. Februar 2003
Pyramide, Sphinx und Obelisk - Ägypten in Karlsruhe
Auch die Baukunst wurde von der Ägyptomanie erfasst, bereits vor und auch nach der Entdeckung des Grabes von Tutanchamun. Die ersten ägyptisierenden Baudenkmäler entstanden bereits im 18. Jh. und sie sind bis heute noch im Stadtbild auszumachen - so auch in Karlsruhe und Umgebung.

  Friedlich Weinbrenner (1766-1826) ließ sich von Ägypten inspirieren und brachte ägyptischen Flair ins Karlsruher Stadtbild.
Sehr originalgetreu sind seine vier Sphingen (pl. v. Sphinx) im Botanischen Garten.
Seine Pyramide steht an der Stelle der abgebrannten Konkordienkirche. Sie ist etwas steiler als die meisten ägyptischen, geht aber auch unterirdisch weiter und hat in ihrem Innern drei Kammern.
Pyramide Weinbrenners am Marktplatz
   

Die Form des 8 Meter hohen Verfassungs-Obelisks lehnt sich stark an die ägyptischen Vorbilder an, lediglich die Greifen rechts und links auf dem Sockel sind gar nicht ägyptisch. Weinbrenner entwarf den Obelisken 1822 als Denkmal für Großherzog Karl und zugleich als Verfassungsdenkmal. Der Entwurf konnte aber erst 1832 verwirklicht werden. Bis heute ist die "Verfassungssäule" an ihrem ursprünglichen Standort, dem Rondellplatz, erhalten.

Weitere Denkmäler mit den himmelstrebenden Pfeilern sind in Karlsruhe zu finden, wie der Brunnen im Städtischen Krankenhaus und zahlreiche Kriegsdenkmäler. Das Motiv symbolisiert Dauerhaftigkeit und gut sichtbar hebt es sich von anderen Baudenkmälern ab.

Verfassungs-Obelisk
 

   

 

  Unmittelbar im Zuge des "Tutanchamun-Fiebers" entstand ein Wohnblock in Karlsruhe (Gartenstr./ August-Dürr-Str./ Renckstr.), in den der Architekt Hans Zippelius ägyptische Motive eingebunden hat. Bereits 1907 hatte dieser bei einer Ägypten-Reise seine Liebe zu diesem Land entdeckt, setzte seine Eindrücke aber erst 1927, also nach der Graböffnung, um: Neben der leicht geböschten Fassade, den Lotus- und Palmblatt-Kapitellen und den ägyptischen Hohlkehlen, war vor allem die ursprüngliche Farbgebung sehr ägyptisch - der Bau leuchtete blau und grün.
Zippelius-Bau
Eingang mit Palmblatt-Säulen
 
Stadtführungen im Rahmen der Tutanchamun-Ausstellung führen zu den ägyptisierenden Baudenkmälern Karlsruhes. Auf eigene Entdeckungstour kann man sich auch mit der Broschüre "Pyramide, Sphinx und Obelisk. Ägyptische Motive in Karlsruhe und am Oberrhein" begeben. Sie ist im Rahmen eines Kunstgeschichte-Seminars an der Universität Karlsruhe entstanden. Betreut wurde das Projekt von Dr. Sabine Albersmeier, die auch Kuratorin der Ausstellung ist. Die Broschüre informiert auch über die ägyptischen Objekte in der Sammlung der Markgrafen.
Sie ist ab Ende Oktober im Museumsshop erhältlich.
 
Ein Teil des Uni-Teams

nach oben