zurück 26. Oktober 2002 – 23. Februar 2003
"Ägyptomanie" am Karlsruher Hof
Ägyptisierende Sammlerstücke der Markgrafen dokumentieren die Ägyptomanie am Karlsruher Hof. Seit 1780 wurden besonders in Paris ägyptisierende Stilelemente in die Möbelkunst integriert. Kunstgegenstände wurden importiert und kopiert.

Markgräfin Caroline-Luise, die sich mit der Kultur und Kunst des Orients befasste, kaufte bereits 1766 eine ägyptische Antiken-Statuette aus Paris an und 4 weitere Originale aus dem Land am Nil.

Die farbig bemalte Holzfigur von Ptah-Sokar-Osiris, wurde als Grabbeigabe verwendet. Die Dreiergottheit sollte die Toten beschützen. Im 17. Jahrhundert wurde die Statuette auf alt getrimmt, man nahm ihr die Farbenpracht und übermalte sie in dunklen, gedeckten Tönen.

 
Statuette der Gottheit Ptah-Sokar-Osiris  

Stephanie Napoleon begeisterte sich früh für den ägyptisierenden Pariser Stil. Ihr Nachtisch erinnert an einen orientalischen Schrein. Prunkuhren mit Obelisken und Sphingen-Figuren stehen ganz im Zeichen der Ägyptomanie. Ihr Adoptivvater Napoleon führte einen Feldzug (1789-1799) nach Ägypten. In damit verbundenen Expeditionen in den Jahren 1798-1801 ließ er die Kultur des Landes erforschen und trug damit zur Ägyptenbegeisterung bei. Zwischen 1800 und 1815 entstanden zahlreiche ägyptisierende Kunstobjekte und Möbelstücke.
Detailaufnahme eines Kerzenhalters
Prunkuhr    

Ihre Ägyptenreise um 1890 hielt Viktoria, Tochter der Großherzogin Luise und spätere Königin von Schweden, in einem Tagebuch fest. Um ihre Erfahrungen zu teilen, lies sie ihr Werk "Vom Nil" verlegen. Neben dem Buch werden außerdem kleine Tonschälchen in der Ausstellung zu sehen sein, die sie auf ihrer Reise bei den Pyramiden bei Abu Roasch im Sand entdeckte. Diese wurden den Toten als Beigaben mit in das Grab gegeben.  
  Grabbeigaben aus Ton

Die Markgrafen und -gräfinnen sammelten auch Uschebti-Figuren und Statuen ägyptischer Gottheiten. Viele Originale aus Ägypten wurden importiert. Gelegentlich wurde den Markgrafen dabei auch eine Fälschung angepriesen. Aber auch in Europa fertigte man ägyptisierende Sammlerstücke an. Diesen bewußten Nachahmungen mangelte es oft an echtem ägyptischen Stil.

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