Die Entwicklung türkischer Fayencemotive
24.1. – 18.4.2004

Wo auch immer es sich mit den Sammlungsbeständen verbinden lässt, widmet sich das Badische Landesmuseum Karlsruhe dem Aspekt Kulturkontakt / Kulturtransfer.

Diese Sonderausstellung mit modernen Stücken eines alten Kunsthandwerks zeigt die lange Tradition und hohe Kunst-fertigkeit der türkischen Fayencemalerei. Im Zentrum stehen Werke von vier zeitgenössischen türkischen Künstlerinnen. Sie stammen aus Kütahya und Eskisehir, zwei mittelgroße, im Westen Inneranatoliens gelegene Universitätsstädte.

Die vier ausstellenden Künstlerinnen wurden dort ausgebildet und auf internationalen Ausstellungen ausgezeichnet. Bis auf eine Ausnahme sind sie freiberuflich oder lehrend als Fayencemalerinnen tätig.


Hacer Özkaya bei der Arbeit

Ausgestellt werden etwa 80 Arbeiten von Fügen Özer (geb. 1982), Hacer Özkaya (geb. 1972), Sevcan Vatansever (geb. 1978) und Zehra Serbest (geb. 1974). Deren Schaffen liegt im Spannungsfeld zwischen traditionell islamischer Ornamen-tierung sowie eigenwilliger Gestaltung und ironischer Rezeption.

Teller Fügen Özer,
Kütahya
Teller Hacer Özkaya,
Kütahya

Özer und Özkaya bemalen ihre Teller, Fliesen, Kannen und Platten in Anlehnung an den traditionellen seldschukischen und osmanischen Stil.

Teller Sevcan Vatansever,
Teller Zehra Serbest,
Eskisehir

Sevcan Vatansevers Arbeiten sind geprägt von der Kunst der Kalligraphie. Ihre fast meditative Malerei inszeniert die islamische Schriftkunst und geht weit über das rein Dekorative hinaus. Zehra Serbest schließlich zitiert in ihren keramischen Objekten die traditionelle Ornamentik und kombiniert sie mit klassisch moderner Form und Gestaltung.

Ganz bewusst stellt die Ausstellung diese modernen Fayencen auch in ihr entstehungsgeschichtliches Umfeld. So belegen historische byzantinische, persische, chinesische und osmanische Keramiken die Ausbildung des islamischen Keramikstils.
Kanne Türkenbeute Iznik spätes 16. Jh. BLM
 
Andere Stücke aus der Zeit des französischen Historismus und Jugendstils (19. Jh.) hingegen zeigen die Einflüsse der islamischen Dekorationskunst auf das westliche Kunstgewerbe auf.
Vase im Iznik-Stil
Théodore Deck, Paris
um 1870

Dem Besucher bietet sich so ein breiter Fächer von der historischen Dimension, europäischen Rezeption und dem ornamentalen Zauber traditioneller wie moderner islamischer Keramik.

Die Ausstellung bietet ein breit gefächerstes Begleitptogramm und endet am 18. April mit einer Finissage im Rahmen der 17. Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2004 "Istanbul", an der auch die ausgestellten Künstlerinnen beteiligt sein werden.

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Museum beim Markt
Karl-Friedrich-Str. 6
76133 Karlsruhe

Dienstag - Donnerstag
11 - 17 Uhr
Freitag - Sonntag
10 - 18 Uhr

umfangreiches
Begleitprogramm,
Finissage