Bemalte Textilien aus Marokko
8.5. - 8.8.2004


Henna ist den meisten als natürliches Färbemittel für Haare bekannt. Darüber hinaus weiß man, dass mit Henna Tattoos hergestellt werden. Dass dieser Farbstoff aber auch zur Bemalung von Textilien Verwendung findet, dürfte wohl weitgehend unbekannt sein.

Das "Haik des Fqîh"
Feija-Webarbeit,
ca. 1850, Imi n'Tatelt
Adrar (Kopftuch)
Feija-Webarbeit,
ca. 1920, Afouzar-Iligh

In einigen Dörfern der Fejia, einem Stamm der Chleu-Berber, im marokka-nischen Anti-Atlasgebirge wurden zwischen 1880 und 1950 Textilien mit dem Pflanzenfarbstoff bemalt. Die Stoffe dienten als Kleidungsstücke, die im Alltag oder zu Hochzeiten getragen wurden, hatten aber auch rituelle oder magische Funktionen.

Adrar (Kopftuch), ca. 1950, Imi n'Tatelt

Islamische, christliche, jüdische und berberische Motive und Symbole gehen dabei eine fantasievolle Symbiose ein; und nur genaueste Befragungen in entlegenen Berberdörfern heute haben die Objekte und das Wissen darüber erschlossen. Auffallend ist eine er-staunliche Nähe zur Kunst der Moderne in Europa auf, z.B. zu Paul Klee oder Jackson Pollock.

Haik (Wickeltuch), ca 1900
Zentralmotiv
 

Die Sonderausstellung präsentiert eine Auswahl der schönsten und repräsentativsten Stücke der Feijas und ihrer Nachbarn, die von dem Schweizer Sammlerehepaar Annette Korolnik-Andersch und Marcel Korolnik zusammengetragen wurden.

Die Feldforschung des Ehepaars ermöglicht es auch, über die Kleidungs-stücke hinaus einen Eindruck des Alltags der Feijas zu vermitteln, z.B. über das Weben und das Bemalen der Gewebe mit dem Naturfarbstoff.


So erhalten die Besucher ein eindrucks-volles Bild vom Umfeld, in dem diese außerge-wöhnlichen Textilien entstanden sind.

Das umfangreiche Begleitprogramm
Es erläutert insbesondere die vielseitige Verwendung des Farbstoffs Henna, der heute auch in Europa Modeprodukt geworden ist.


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Museum
beim Markt

Karl-Friedrich-
Str. 6
76133 Karlsruhe

Öffnungszeiten:
Di - Do
11 - 17 Uhr
Fr -So
10 - 18 Uhr

Begleit-
programm