Mächtiger goldener Altar aus der Kirche von Weisweil mit den Heiligen Johannes dem Täufer, Mauritius und WolfgangDie Epoche des Spätmittelalters war geprägt vom christlichen Glauben, einem machtvollen fürstlichen Adel und dem Aufblühen der Städte, aber auch von verheerenden Pestwellen und blutigen Kriegen. Gerade in der Zeit zwischen 1300 und 1520 unterlag die mittelalterliche Gesellschaft einem tiefgreifenden Wandel. Während die Macht der Kirche lange nahezu ungebrochen war, verlor das Rittertum, der niedere Adel, recht rasch an Bedeutung, das Selbstbewusstsein der Bürger in den Städten hingegen wuchs.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen das Leben und der Alltag der Menschen im oberrheinischen Gebiet. Die Themenbereiche Kirche und Religion, Krankheit und Tod, Burgen und Rittertum sowie Stadt und Land, Handwerk und Handel geben Einblicke in das Leben der Zeit. Kostbare Altäre, Skulpturen und Reliefs, wertvolle Glasgemälde und fein gearbeiteter Schmuck zeigen, dass damals eine außerordentliche handwerkliche und künstlerische Blüte herrschte.
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| Hanap, Pokal aus zwei Doppelschalen, 1405-19 |
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| Madonna mit Kind von Tilman Riemenschneider |
Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen ein prachtvoller Marienaltar von Bernhard Strigel, Glasgemälde von Hans Baldung Grien und eine Madonna mit Kind von Tilman Riemenschneider. Die eindrucksvolle Nachbildung eines Kirchenraumes, rituelle Gerätschaften und die Darstellung eines Totentanzes lassen den Besucher das religiöse Weltbild nachempfinden. Waffen und Handwerkszeug sowie die originale Stube eines südbadischen Fachwerkhauses mit einer Kücheninszenierung veranschaulichen die Aspekte weltlichen Lebens. Das detailgetreue Modell der einst mächtigen Festung Hohenbaden lässt die Epoche lebendig werden.
Zwei Madonnen - re: Leiselheim, 1490; li: Ulm, Ende 15. Jh.