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Provenienzforschung

im Badischen Landesmuseum


Das Badische Landesmuseum ist ein kulturhistorisches Museum, das von der Urgeschichte bis in die heutige Zeit überwiegend sogenannte kunstgewerbliche Objekte verschiedenster Gattungen sammelt und bewahrt.


Seit Januar 2010 betreibt das Badische Landesmuseum intensiv Provenienzforschung, um die Erwerbungen auf eventuellen unrechtmäßigen Entzug während des NS-Regimes zu überprüfen. Bis Dezember 2012 wurden zwei Projekte mit Fördermitteln der Arbeitsstelle Provenienzforschung in Berlin, heute Deutsches Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg, und des Landes Baden-Württemberg ermöglicht. Seit Januar 2013 wird die Recherche dauerhaft durch das Land Baden-Württemberg finanziert.

www.kulturgutverluste.de

Der Fokus der Untersuchung lag anfangs auf den sogenannten Zentralfondserwerbungen ab 1958 (Erwerbungen aus Toto-Lotto-Mitteln des Landes Baden-Württemberg). Entsprechend ihres kulturgeschichtlichen Wertes ließen sich diese häufig im Besitz von Antiquitätenhändlern und Kunstsammlern des jüdischen Bürgertums der Metropolen Berlin, Frankfurt/M., Köln und München nachweisen. Kontinuierlich werden alle Objekte geprüft, die vor 1945 entstanden und nach 1933 erworben wurden.

Neben Unikaten, gleichwohl stereotypen Objekten wie z. B. mittelalterliche Skulpturen, handelt es sich beim Objektbestand häufig um Werke, die in Serie gearbeitet wurden. Solche Gegenstände sind in der Regel nicht mit einem Künstlernamen verbunden. Da es sich überwiegend um vollrunde, allansichtige Gegenstände handelt, sind keine Etiketten, handschriftlich aufgetragene Nummern usw., die auf Vorbesitzer hinweisen könnten, vorhanden. Eine „Rückseitenautopsie“ ist deshalb in der Regel nicht möglich.
Dennoch konnten viele der einstigen Eigentümer nachgewiesen werden. Im Aktenmaterial zu den Erwerbungen in verschiedenen Archiven ergaben sich Hinweise auf Handlungsstrategien der Museumsmitarbeiter in der NS-Zeit. Während die Archivalien Aufschluss über entzogene Kunstwerke geben, müssen die dort aufgeführten Objekte zunächst identifiziert und dann in der Sammlung nachgewiesen werden.

Zahlreiche Objekte, deren Eigentümer bislang nicht eruiert werden konnten, sind in der Datenbank Lost Art eingestellt.





Ansprechpartner


Dr. Katharina Siefert
Referat Dokumentation
Tel. 0721-926-6546

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Gemeinsame Erklärung