Restitution der numismatischen Sammlung Sigmann-Seidel

Im Badischen Landesmuseum konnten insgesamt 25 Münzen und Medaillen als in der NS-Zeit unrechtmäßig entzogen identifiziert werden. Sie wurden durch proaktive Recherche entdeckt. Das Museum hat die in den USA lebende rechtmäßige Eigentümerin über den Fund informiert und die Objekte zur Restitution angeboten. Die erbberechtigte Enkelin hat entschieden, die Sammlung „in natura“ anzunehmen. Die Münzen wurden am 23. Juni 2017 an ihren Sohn in Vertretung seiner Mutter, der rechtmäßigen Eigentümerin, ausgehändigt.

Die Sammlung Sigmann-Seidel umfasste ursprünglich 54 Münzen und Medaillen. Diese mussten 1939 von der damaligen Eigentümerin Clara Sigmann über das Zollamt Mannheim an das Münzkabinett des Badischen Landesmuseums als sogenannte Schenkung abgegeben werden. Aufgrund ihres jüdischen Glaubens wurde Clara Sigmann durch das NS-Regime verfolgt und ihrer Vermögenswerte beraubt. In Pforzheim hatten die Eheleute Sigmann ein angesehenes Wäsche- und Brautausstattungsgeschäft betrieben, das 1934 liquidiert wurde. Clara Sigmann, deren Mann 1933 verstorben war, zog zu ihrer Tochter nach Mannheim, wo sie bis März 1939 blieb. Über Buenos Aires gelang Clara Sigmann, nun verheiratete Seidel, schließlich die Flucht in die USA. Im Rahmen des von ihr angestrebten Rückerstattungsverfahrens wurden im Jahre 1956 22 Objekte an sie zurückgegeben, für die restlichen, damals unauffindbare Objekte erhielt Clara Seidel einen Schadensersatz. Nun konnten die im Badischen Landesmuseum aufgefundenen Münzen und Medaillen zurückgegeben werden.




Sammlung Sigmann-Seidel

Numismatische Sammlung Sigmann-Seidel
Foto: Uli Deck