Spanische Keramik des 15. bis 17. Jahrhundert

Gezeigt werden farbenprächtige Fliesen aus Sevilla, Toledo und lüsterverzierte Gefäßkeramik von der spanischen Levante. Die Ausstellung behandelt die Entstehungs- und Gebrauchskontexte der Objekte sowie ihre Rezeption durch die Kunstgewerbebewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Historismus).

 

                                   ©Foto:BLM

Farbenprächtige Fliesen, luxuriöses Tafelgeschirr oder edel schimmernde Gefäße – die spanische Keramik des 15. bis 17. Jahrhunderts zeugt nicht nur von verfeinerter Lebensart und gehobener Tischkultur. Die Ausstellung illustriert eine turbulente Übergangsepoche zwischen dem Ende der arabisch-islamischen Herrschaft in Spanien (1492) und dem Beginn der christlichen Vormachtstellung Ende des 17. Jahrhunderts. Diese Epoche des Umbruchs und der Gegensätze fällt zusammen mit dem Zeitalter der Entdeckungen und der kreativen Erneuerungen, in deren Folge Spanien politisch und kulturell zum Weltreich avancierte. Nicht zufällig spricht man vom „Siglo de Oro“, dem Goldenen Zeitalter der spanischen Kunst und Kultur.

Die Keramik dieser Zeit ist facettenreich, denn es bilden sich besondere Mischstile heraus. Das Mudéjar, die Synthese christlicher und islamischer Kunst des Mittelalters, lebt in der aus Italien einströmenden Renaissance fort. Die typisch islamische Lüsterware, eine Keramik mit Dekor in metallischem Glanz, ist auch im 16. Jahrhundert noch ein Luxus-Exportgut Spaniens entlang der atlantischen und mediterranen Küsten.

 

                                    ©Foto:BLM

Alle in der Ausstellung präsentierten Stücke (ca. 100 Objekte, davon etwa 70 Fliesen) gehören zum Bestand des Badischen Landesmuseums Karlsruhe. Sie gelten technisch und gestalterisch als Meisterwerke und werden erstmals seit Jahrzehnten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die hier gezeigte Sammlung geht auf den bis zu seinem Tode 1890 in Mannheim lebenden Bildhauer und Antiquaria-Sammler Jakob Krauth zurück. Er war zugleich Kunstkenner, -sammler und sogar -händler. Hermann Götz (1848 – 1901), der zweite Direktor des seinerzeit noch jungen Kunstgewerbemuseums in Karlsruhe – einer der Vorläufer des Badischen Landesmuseums Karlsruhe – , legte u. a. mit umfang-reichen Ankäufen aus der Sammlung Krauth 1889 den Grundstein für das Museum. Soweit sie nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden oder verschollen sind, befinden sich diese Bestände auch heute noch in Karlsruhe.

Zur Ausstellung erschien ein reich bebildeter Katalog mit einem Vorwort von Prof. Dr. Harald Siebenmorgen und Texten des Ausstellungskurators Jakob Möller.

 

Weitere Informationen:
Badisches Landesmuseum Karlsruhe - Außenstelle Südbaden
http://www.landesmuseum.de/website/Deutsch/Museum/Aussenstellen/Aussenstelle_Suedbaden.htm


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Spanische Fliesen

©Foto: BLM



Führungen mit anschließendem Kreativangebot

An den ersten Sonntagen im Monat um jeweils 11 Uhr,
sowie nach Vereinbarung.
Sonntag, 3.3. / 7.4. / 5.5. / 2.6.

Die Führung macht sowohl Aspekte der Sonderausstellung „Spanische Keramik des 15. Bis 17. Jahrhunderts“ als auch der Dauerausstellung lebendig und lässt Sie in eine Welt voller farbenprächtiger Ornamente und facettenreicher Formen eintauchen. (Dauer ca. 60 min). Im Anschluss daran können Sie das Gesehene beim gemeinsamen Zeichnen und Malen mit Tonfarben und Glasuren nachempfinden.
Kimberly Reißland M.A.
Tel. 07633 / 4065074


Kurator Jakob Möller

©Foto:BLM

Kurator Jakob Möller beim
Eröffnungsvortrag.
Hier finden Sie seine Texte aller die Ausstellung erläuternden Texttafeln als Pdf-Download zum Nachlesen: Saaltafeln


Öffnungszeiten

1. Februar bis 16. Juni 2013

Mi – Sa: 14 – 17 Uhr,
So:  11 – 13 und 14 – 17 Uhr

Keramikmuseum Staufen
Wettelbrunner Str. 3
79219 Staufen i.Brsg.
Telefon: 07633 / 6721
keramikmuseum-staufen@t-online.de