Annette Schwarte

5. Juli – 18. August 2013

In ihrem Atelier sind sie noch zu finden, die beweglichen Lettern des Bleisatzes, wie sie die Schriftsetzer über Jahrhunderte für den Zeitungs- und Buchdruck verwendet haben, ehe Offset- und Digitaldruck die Welt radikal veränderten. Auch ausgediente Buchstabenschablonen, mit denen einst Transportkisten massenhaft beschriftet wurden, nutzt die Keramikerin für ihre Schriftbilder und kombiniert sie mit gesammelten Fotos und Motiven aus dem Internet. In Anwendung von alten und neuen Drucktechniken gestaltet Annette Schwarte Kompositionen auf dünnen Porzellanplatten, die durch manuelles Nachbearbeiten, Schaben und Ritzen, verdichtet und durch Zerschneiden und wieder Zusammenbauen verfremdet werden. So entstehen offene und geschlossene Räume, Skulpturen und Gefäße in porzellanweiß mit sepiabraunen oder schwarzen Bildern, die Erinnerungen schemenhaft widerspiegeln.

 
©Foto: Felix Groteloh

Annette Schwarte aus Titisee-Neustadt hat eine besondere Vorliebe für die Ästhetik von Typographien, charakteristische Schrifttypen oder den Rhythmus von Drucksätzen. Neuerdings haben es ihr Fotos von historischen Wendeltreppen in kühnen Perspektiven angetan, die ihre kastenförmigen Gefäße zu durchbohren scheinen. Wie die Buchstaben und Texte erzählen sie von Orten und Plätzen, mit denen die Keramikerin bestimmte Erlebnisse und Emotionen verbindet.


©Foto: Felix Groteloh





bedrucktes Gefäß
©Foto: Felix Groteloh

bedrucktes Gefäß - von oben
©Foto: Felix Groteloh