Thiébaut Chagué

Mit seinem spektakulären Holzofenbrand bei Nacht im Innenhof des Victoria & Albert Museum London hat Thiébaut Chagué 2010 die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf sich gelenkt. Ab 17.August stellt er einige Schalen im Keramikmuseum Staufen aus.

 

Früh schon wusste Chagué, dass er Keramiker werden wollte und lernte bei berühmten Töpfern in England. Die Begeisterung für die Skulpturen von Benin führte ihn nach Nigeria, wo er einen intensiver Zugang zur Materialität des Tons erhielt. In seinen Keramiken spiegeln sich seither die erdigen Farben und die Hitze Afrikas wider: ein warmes Ockergelb, ein feuriges Glutrot bis hin zu einem Kohleschwarz. Seine von tiefen parallelen Furchen gezeichneten Gefäße wirken archaisch wie Kultobjekte. Sie zeigen eine Aura. Die Seele des Keramikers, l’âme de céramiste, drücke sich in seinen Arbeiten aus, sagt Chagué. Risse und Narben sind Schmuck, können aber auch Verletzungen andeuten.

 

Chagué glasiert seine Objekte
©Foto:Chagué

Die Arbeiten Chagués fühlen sich kompakt und kräftig und doch brüchig und fragil an. Assoziationen zur rauen Natur, zu den Borken alter, von Wind und Wetter gezeichneter Bäume stellen sich beim Betrachten ein. Insbesondere große Objekte bieten viel Fläche für das lebendige Spiel von Feuer und Flamme. Die Grate der rissigen Oberflächen sind im Brand verschmolzen. So liegen die narbigen Schalen doch weich in der Hand und strahlen in ihrer glühenden Farbigkeit Wärme aus, als seien sie gerade dem Feuer entnommen.

 

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helle Schale
©Foto: Chagué

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©Foto: Chagué

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"Fractal"
©Foto: Chagué