Filigran und zart wirkt das Porzellan von Anima Roos. Die Keramikerin aus Belgien stellt ein alltägliches Objekt in völlig neuem Kontext vor. Insbesondere das Spiel mit Licht und Schatten hebt das vermeintlich alltägliche Stück Porzellan, das sich, wie man auf den ersten Blick glauben mag, in jedem Küchenschrank findet, aus dem "Normalen" heraus. Das Einfügen von Bildern - hier ein Fisch, dort breite Striche eines japanischen Tuschepinsels - gibt den Gefäßen den Reiz des Fremden, des Exotischen. Dem Betrachter öffnet sich ein neuer Horizont, das Objekt fängt an zu erzählen.

 

©Foto: Förderkreis

Durch Schilf und Algen schaut man in eine Unterwasserwelt mit lautlos dahingleitenden Kojs, den japanischen Glücksfischen.
In neueren Arbeiten verstellen dunkle Balken und Gitter teils bedrohlich den Blick, unendliche Leitern führen ins Nichts. Verwandt mit den monumentalen Architekturphantasien von Piranesis Carceri, vermitteln diese Strukturen im Gegenlicht das Gefühl von menschlicher Einsamkeit in der Großstadt von heute.

Die Arbeiten von Anima Ross scheinen sich in immerwährender Bewegung zu befinden, und doch strahlen sie große Ruhe aus und geben Zeit sich einzufühlen. Jedes Stück erzählt seine eigene kleine Geschichte, die so individuell ist wie jedes einzelne Gefäß von Anima Roos.

 

 

 

 





Porzellanschale mit durchscheinender Figur (Innendekor)
©Foto: Förderkreis

weiße Porzellanschalen mit durchscheinenden Fischen (Innendekor)
Foto©: Förderkreis

Foto©: Roos

22. März bis 12. Mai