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Die archäologische Entdeckung als Medienereignis - Heinrich Schliemann und seine Ausgrabungen in Troja und Mykene in der zeitgenössischen Presse 
PD Dr. Stefanie Samida, Heidelberg School of Education
So, 3. Februar, 16.30 Uhr

Die archäologische Entdeckung als Medienereignis: Heinrich Schliemann und seine Ausgrabungen in Troia und Mykene in der zeitgenössischen Presse


Als Heinrich Schliemann im Jahr 1873 den von ihm als „Schatz des Priamos“ titulierten Hortfund entdeckte, erlangte er – quasi aus dem Nichts heraus – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit große Berühmtheit. Einem archäologischen Laien, so schien es, war ge­glückt, was bis dahin keinem Gelehrten gelungen war: Schliemann hatte das mythische Troia Homers lokalisiert.

Seine Gleichsetzung des Ruinenhügels Hisarlık an den Dardanellen mit dem von Homer beschriebenen Troia erlangte eine enorme publizistische Aufmerksamkeit, wofür auch Schliemann selbst verantwortlich war. Er wusste die lange offene Frage nach dem Auffinden des sagenhaften Troia zu beantworten und die in bürgerlichen Kreisen vorhandene Sehnsucht zu befriedigen und medial zu inszenieren – enthusiastisch, selbstbewusst und für große Teile der Öffentlichkeit sehr überzeugend. Gleiches gilt auch für seine Entdeckungen in Mykene. Wir finden zahlreiche Meldungen in der Tagespresse und zum Teil reich bebilderte Berichte in zeitgenössischen illustrierten Zeitschriften und Satire- und Witzblättern.

Mit seinen Ausgrabungen in Kleinasien und Griechenland nahm Schliemann aber auch erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des sich etablierenden Fachs ‚Archäologie‘. Damals wie heute wird es in der Bevölkerung als ‚Spatenwissenschaft‘ wahrgenommen. Zugleich bewirkte die mediale Inszenierung seiner Grabungsergebnisse sowie seine Selbststilisierung als unermüdlicher und sich für die Sache aufopfernder Forscher eine unmittelbare Verbindung von Archäologie mit seiner Person.


Made by WMF – Galvanoplastische Kopien mykenischer Schachtgräberfunde

Heinz Scheiffele, WMF Geislingen / Steige  
Do, 21. März, 18.30 Uhr


Das mykenische Tiryns vor und nach der Katastrophe von 1200 v. Chr.

Prof. Dr. Joseph Maran, Universität Heidelberg
Do, 16. Mai, 18.30 Uhr

 





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Großer Krater mit Tierfries, Archäologisches Museum Patras, © Hellenic Ministry of Culture and Sports / Badisches Landesmuseum, Foto: Gaul