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Revolution der Muster

Leben im Mittelalter

Eine regelrechte Revolution bedeutete Ende der 1920er Jahre der Einzug eines völlig neuartigen Designs in deutsche Haushalte: das so genannte Spritzdekor. Dessen geometrische Muster lösten Blümchen und Landschaftsdarstellungen auf Geschirr ab, bis einige davon als entartete Kunst in der NS-Zeit verpönt waren.
 
Keramik mit Spritzdekoren war enorm populär. Warum diese "Schablonen der Moderne" ausgerechnet in der wirtschaftlich schwierigen und politisch so turbulenten Zeit ihren Siegeszug antraten, wird mit der Ausstellung nachgespürt.
 
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Um 1930 bedienten die über 50 Anbieter im damaligen Deutschen Reich einen riesigen Markt unterschiedlichster Geschmacksrichtungen und sozialer Bedürfnisse. Bürgerliche Kaffeeklatschrunden mit den abstrakten Service-Mustern wurden salonfähig, ein Spritzdekor-Obstsieb küchentauglich. Nachdem 1933 die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren, sind die avantgardistischen Dekore aus der Produktion der meisten Firmen verschwunden. Sie galten nun als "bolschewistisch" und ideologisch bedenklich. In der Zeit einer Diktatur konnte offensichtlich sogar das Design des einfachen Hausgeschirrs politisch gefährlich werden.
 
Die Ausstellung leistet Pionierarbeit, denn trotz des enormen Interesses seitens der Kunsthistoriker, Sammler und der Öffentlichkeit gab es bisher zu diesem Thema weder eine zusammenfassende Ausstellung noch eine systematische Veröffentlichung.
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Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildeter Katalog mit grundlegenden Aufsätzen zur Spritzdekorkeramik und zu den bedeutendsten Firmen. Er beinhaltet einen fundieren Nachschlageteil, in dem rund 50 Hersteller samt Firmenmarken und prägnantesten Dekorvarianten beschrieben sind.
29.90 € (247 Seiten, farbige Abbildungen, broschiert).





Öffnungszeiten


28.01. - 9.07.2006
Museum beim Markt 
 
Di - Do 11 - 17 Uhr
Fr - So 10 - 18 Uhr

Katalog zur Ausstellung


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hatje-Cantz-Verlag
(29.90 €)