Der Name Silbermann steht im Orgelbau für höchste Qualität und musikalische Vollkommenheit. Noch heute kennen selbst Laien den Namen dieser elsässisch-sächsischen Orgelbauerfamilie aus dem 18. Jahrhundert. Dieses Phänomen beleuchtet eine gemeinsam vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe, dem Franziskanermuseums Villingen-Schwenningen und den Archives de la Ville et de la Communauté Urbaine Strasbourg erarbeitete Ausstellung.
Die Orgelbauerfamilie Silbermann war in Regionen tätig, in denen im 18. Jahrhundert die wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen für die Orgelproduktion besonders günstig waren. Dies war in Sachsen unter Kurfürst August dem Starken der Fall, im Elsass unter den französischen Königen Ludwig XIV. und Ludwig XV. sowie in dem von großen Klöstern geprägten Territorium des heutigen Baden.
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| Entwurf zum Orgelprospekt in St. Blasien rechts: Ausgeführter Entwurf zum Orgelprospekt der Kirche des Benediktinerklosters in St. Blasien |
Die Ausstellung stellt die Orgel als das anspruchsvollste Instrument der mitteleuropäischen Musikgeschichte vor.Originale Pfeifen, Blasebälge und Windladen geben Einblick in die handwerkliche Arbeit der Silbermann-Werkstätten. Modelle, die von den Besuchern bespielt werden können, verdeutlichen die Funktionsweise der Orgel.
Kupferstich aus dem Lehrwerk "L'art du facteur d'Orgues" von Dom François de Celles", Paris 1751 - 1772Den Mittelpunkt der Ausstellung bilden historische Originalzeugnissen, die sieben der vielbewunderten Instrumente vorstellen. Diese stehen exemplarisch für alle Silbermann-Orgeln. Es handelt sich um die Orgeln der Benediktinerabteien von Marmoutier im Elsass und St. Blasien und Villingen im Schwarzwald; außerdem die Orgeln aus den beiden großen protestantischen Kirchen St. Thomas in Straßburg und dem Dom St. Marien im sächsischen Freiberg sowie aus den ebenfalls sächsischen Dorfkirchen in Meißenheim und Forchheim. Sie werden in ihrer jeweiligen Werkgeschichte sowie unter musik- und kulturgeschichtlichen, konfessionellen und politischen Aspekten beleuchtet.
Putten aus der katholischen Kirche St. Peter in Bretten-Bauerbach. Geschaffen wurden sie in den 1770er Jahren vom Bildhauer Joseph Hörr für die Johann Andreas Silbermann-Orgel in der Kirche des Klosters St. Blasien im Schwarzwald.