Nach Emil Wachters Ausstellung zu seinem malerischem Werk auf Ton 2008 zeigt das Keramikmuseum Staufen neue keramische Arbeiten des Malers und Grafikers Klaus Fußmann (geb. 1938). Der Berliner Künstler bedient sich seit einigen Jahren der jahrhundertealten Methode der Tonmalerei (Schlickermalerei), die mittels niedriger Brenntemperaturen und Glasuren die Gestaltung keramischer Stücke mit leuchtender Farbigkeit zulässt.
Fußmann steht hierbei auch in der Tradition bedeutender europäischer Maler des 20. Jahrhunderts (Matisse, Nolde, Vlaminck, Laeuger, Picasso und anderen). Wie viele seiner Malerkollegen befasst er sich nicht mit der handwerklichen Praxis der Töpferei, sondern widmet sich ganz der kreativ malerischen Fassung keramischer Flächen und Formen.
Eindrücke von "Filigranem" und "Transparentem" resultieren darüber hinaus aus minutiös bearbeiteten Oberflächen: Horst Göbbels schraffiert die Fläche teils mit feinen, linearen Mustern, welche reliefartige Texturen entstehen lassen, teils durchbohrt er den Korpus, wodurch das Gefäß nicht nur blick- und lichtdurchlässig wird, sondern sich zudem eigene Bildmuster ergeben. Kleine plastische Kunstwerke entstehen unter den Händen dieses Keramikers, der sich hierin zunehmend von der konventionellen Gefäßkeramik entfernt. Klein, federleicht, zerbrechlich und perforiert sind sie ein sinnlicher Genuss.
Seit den 70er Jahren arbeitet Horst Göbbels in seinem Atelier - zunächst in Hinsbeck, dann in Krefeld. Nach einer Ausbildung in der Keramik- und Bildhauerwerkstatt Obertreis studierte Horst Göbbels an der Fachhochschule Niederrhein, wo er nach seinem Examen in "Diplom Design" langjährig als Dozent für Porzellantechnik tätig war. Die Gestaltungsvielfalt und technische Perfektion der Arbeiten von Horst Göbbels wurden mit internationalen Auszeichnungen gewürdigt