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Keramik der fünfziger Jahre

Aus der Sammlung Karl Heinichen

Asymmetrisch, bunt und schräg sind sie, die Vasen, Krüge, Aschenbecher und Schalen aus den fünfziger Jahren, die das Keramikmuseum Staufen in seiner neuen Sonderausstellung zeigt.

Wie für alle Lebens- und Arbeitsbereiche stellten der Zweite Weltkrieg und die Zeit des Nationalsozialismus auch für die Keramik eine Zäsur dar, und so galt es auch hier, einen Neuanfang zu machen. Der nachkriegsbedingte Bedarf an Gebrauchsgütern und die vom „Wirtschaftswunder“ ausgelöste Konsumwelle mit ihrer Lust am Dekorativen eröffneten den deutschen Keramikmanufakturen in den fünfziger Jahren neue Chancen. Die Aufbruchstimmung kam im modernen Design der Zeit zum Ausdruck und so bestimmten eigenwillige Formen, abstrakte Dekore und neuartige Glasuren das Bild der Gebrauchs- und Zierkeramik. Ihre Muster sind von Künstlern wie Miro, Mondrian oder Picasso entliehen und Dekornamen wie „Togo“ „Tigris“ oder „Kongo“ spiegeln die Reiselust und Sehnsucht nach Exotik der deutschen Nachkriegsgesellschaft wider.

Mit den rund 100 Exponaten aus der Sammlung des Architekten Karl Heinichen (1926-2009), die dieser 2009 den Städtischen Museen Villingen-Schwenningen vermachte, zeigt das Keramikmuseum Staufen somit auch ein Stück Zeitgeschichte.






Vasen aus dem Jahr 1954, Dekor Kuba (Entwurf Liesel Spornhauer).

Kontakt


Keramikmuseum Staufen
Wettelbrunner Straße 3
79219 Staufen
Tel. 0721/ 926-6479
keramikmuseum-staufen@t-online.de
flawia.figiel@landesmuseum.de