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Mitrasrelief von Tor Cervara

Wiedervereinigung des Mithrasreliefs von Tor Cervara

Nahezu ungeheuerlich ist die Geschichte des einzigartigen Mithrasreliefs von Tor Cervara (Rom): durch eine Fliegerbombe zertrümmert, einzelne Teile geraubt und verkauft und die Überreste weggesperrt im Depot eines römischen Museums. Hier fristete das Relief sein Dasein bis jetzt. Aber nun konnte das fehlende Hauptstück – der Kopf des Mithras, der sich seit Mitte der 70er Jahre im Badischen Landesmuseum Karlsruhe befindet – eindeutig zugeordnet werden. Die Soprintendenza Speciale i beni archeologici di Roma und das BLM haben daraufhin beschlossen, das zwei Tonnen schwere Kultrelief in einem kulturpolitisch bedeutsamen Akt in Karlsruhe wieder zusammenzusetzen und erstmalig der Öffentlichkeit zu präsentieren. Damit werben die zwei Institutionen für den Kulturgüterschutz und machen auf den leider noch immer sehr ausgeprägten illegalen Kunsthandel mit Antiken aufmerksam.
Bis zum Ende der Sonderausstellung „Imperium der Götter“ am 18. Mai ist das Relief im Oberen Foyer des Karlsruher Schlosses zu sehen. Danach geht es mitsamt dem Mithraskopf als Langzeitleihgabe für 10 Jahre ins Thermenmuseum nach Rom. Die italienische Generaldirektion erkennt dem BLM für denselben Zeitraum ein römisches Objekt zu: Eine Geste des Aufeinander-Zugehens und ein Aufruf für ein bewussteres Sammeln von Antiken im Sinne der UNESCO-Konvention zum Schutz des kulturellen Erbes.