Badisches Landesmuseum

Digitaler Museumskoffer Demokratie

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Zusammenleben im antiken Athen

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Einführung

Athen zur Zeit der attischen Demokratie

Vor 2.500 Jahren lebten die Menschen in Athen in einer demokratischen Polis (Stadtstaat). Das Besondere war, dass es Gesetze gab, die das Zusammenleben regelten. Wer sich nicht daran hielt, kam vor Gericht. Entscheidungen wurden von den Bürgern gemeinsam gefällt und Beamte durch das Ziehen von Losen bestimmt oder ansonsten gewählt. Mitmachen konnten nicht nur die Bürger im Stadtkern von Athen, sondern auch diejenigen aus der Umgebung von Athen, aus Attika. Deshalb spricht man auch von der attischen Demokratie.
Das Wort Demokratie kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Herrschaft des Volkes“. Diese Staatsform hatte sich besonders zwischen dem 6. und 4. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland herausgebildet. Weil in Athen die Demokratie zum ersten Mal umfassend verwirklicht wurde, wird diese Polis als Ursprung der Demokratie angesehen.

Wie sah die Gesellschaft in Athen aus?
Obwohl die Athener*innen in einer Demokratie lebten, waren nicht alle Bewohner*innen in der Gesellschaft gleichgestellt. Es gab die männlichen Bürger Athens, die als Söhne von Bürgern in Athen geboren waren. Sie allein durften sich aktiv politisch beteiligen. Sie lebten mit ihrer Familie in einem Haus oder auf einem landwirtschaftlichen Hof. Zur Familie gehörten normalerweise Frau und Kinder, aber auch Sklav*innen, die einen wichtigen Anteil der Bewohner*innen ausmachten. Außerdem gab es in Athen Metöken. Das waren Menschen aus anderen Poleis (Stadtstaaten), die dauerhaft in Athen lebten.

Hier betrachten wir das Leben der Bürger, ihrer Frauen und Kinder genauer. Obwohl sie alle in Attika lebten, unterschied sich ihr Alltag sehr stark. Außerdem erforschen wir, welche Bedeutung Religion und das Theater für die Menschen und das Zusammenleben damals hatten. 

Wenn Dich ein Thema ganz besonders interessiert, kannst Du hier direkt hinspringen:

Drei Schülerinnen diskutieren im Bereich antike Demokratie

Die Bürger in der Demokratie

Um 510 v. Chr. veränderte sich die gesellschaftliche und politische Struktur in Athen grundlegend. Alle männlichen Bürger Athens waren nun politisch gleichgestellt. Egal, ob sie arm oder reich waren: Sie alle durften wählen und an Losverfahren teilnehmen, Gesetze vorschlagen und wichtige politische Ämter übernehmen. Vorher hatten wenige Menschen diese Rechte.
Die Bürger Athens teilten gemeinsame Ideale: So sollten sich möglichst viele Bürger an Entscheidungen für die Polis beteiligen. Besonders angesehen waren die Bürger, die im Krieg kämpften. Denn die Athener Bürger verteidigten ihre Polis auch auf dem Schlachtfeld. Ihre Erfahrungen brachten sie bei politischen Versammlungen und Gesprächen ein, bei denen Krieg immer ein wichtiges Thema war. Zudem verehrten die Athener große Helden aus der Mythologie, wie z.B. Theseus, den Stadtgründer Athens.
Doch nicht alle Bewohner*innen Athens gehörten zu den Bürgern. Viele Menschen waren von den bürgerlichen Pflichten und Rechten ausgeschlossen: Frauen, Sklav*innen, Ausländer*innen, aber auch Metöken, also Menschen, die aus anderen griechischen Poleis nach Athen gezogen waren. Zu den Bürgern gehörte nur, wer in eine bürgerliche Familie geboren wurde – allerdings nur die Söhne.

Klicke auf die Bilder und Fragezeichen, um mehr zu erfahren!

Zecherschale
Zecherschale
Zecherschale
Zecherschale

Abendliches Beisammensein von Bürgern

Streitigkeiten zwischen Betrunkenen

Nach dem Gelage − eine unruhige Nacht

Abschied des Kriegers

Datierung: um 530 v. Chr.
Maße: Höhe 76 cm, Durchmesser 48 cm
Material und Technik: Ton, schwarzfigurige Technik
Die Vase ist im Badischen Landesmuseum in der Ausstellung Antike Kulturen zu sehen.

Kriegerische Auseinandersetzungen gehörten in der Antike zum Leben dazu. Die Bürger Athens zogen im Falle eines Krieges auch selbst auf das Schlachtfeld. Das bedeutete, dass sie monatelang ihre Familien allein ließen, die dann auf sich selbst gestellt waren. Doch obwohl Erfolge im Krieg hoch gelobt wurden, galt der Frieden den Athenern als bester Zustand. Bei den vielen Unstimmigkeiten und Streitigkeiten zwischen den griechischen Poleis kam es aber immer wieder zu Konflikten. Klicke auf die Fragezeichen und erfahre, wer hier miteinander kämpft und wer in den Krieg zieht.

Abschied der Krieger 
Die Bürger Athens ziehen in den Krieg und werden von ihren Familien verabschiedet. Ob es ein Wiedersehen gibt?

Dieses Audio enthält Soundeffekte von freesound.org: „Innenstadt4bPferde.wav“,„HorseWhinny.wav“, „ZOOM0014-2906201519h28m_maniGrecia.WAV“, „oriental middle east south american loop.wav“, „metal rock loop.wav"

Ideale der Athener Bürger

Grabstele eines Athener Bürgers

Grabstele
Grabstele

Die Rolle der Frauen in Athen

Im antiken Athen waren die Chancen und Rechte der Frauen im Vergleich zu den Männern sehr begrenzt. Sie durften kein politisches Amt übernehmen und waren von politischen Entscheidungen ausgeschlossen. In der damaligen Gesellschaft sah man keine Notwendigkeit, eine Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen herzustellen.
Es ist schwierig, das Leben der Frauen vor 2.500 Jahren nachzuvollziehen. Denn die schriftlichen Informationen über ihre Lebensverhältnisse stammen vor allem von Männern und sind häufig voller Vorurteile. Frauen werden mit idealen Eigenschaften, wie Bescheidenheit und Fleiß, beschrieben oder falsches Verhalten übertrieben schlecht dargestellt.
Wir wissen aber, dass Frauen wichtige Funktionen im Zusammenleben übernahmen: Frei geborene Athenerinnen überwachten die Arbeiten im Haushalt, die Erziehung der Kinder, die Herstellung von Textilien und die Tätigkeiten der eigenen Sklav*innen. Besonders wenn der Hausherr unterwegs war, war ihre Rolle als Hausherrin, die die Kontrolle übernahm, zentral. Aber auch außerhalb des Hauses hatten Frauen wichtige Positionen inne, so konnten sie als Priesterinnen zum Beispiel den Kult für Götter anleiten. Alle Frauen nahmen an Festlichkeiten in Athen teil. Das war für den Zusammenhalt der Gesellschaft bedeutsam. Es gab sogar Feste, die nur für Frauen gedacht waren.

Herrin und Sklavin

Datierung: um 460 v. Chr.
Maße: Höhe: 22 cm
Material und Technik: Ton, rotfigurige Technik

Die Vase ist im Badischen Landesmuseum in der Ausstellung Antike Kulturen zu sehen.

Die Darstellung auf dieser Vase gibt Auskunft über die Frauenrollen im antiken Athen. Kleidung, Haartracht und Größe der beiden Frauen zeigen, dass ihr sozialer Stand unterschiedlich ist. Klicke auf die Fragezeichen, um mehr über die Frauen zu erfahren.

Grabrelief mit drei Frauen

Traumzeitreise
Emil träumt sich auf Zeitreise zu den Nekropolen in Athen. Was das wohl ist und was ihn dort erwartet?

Dieses Audio enthält Soundeffekte von freesound.org: "Horse Whinny 1“ von GoodListener, „riding-horse-foley“ von caquet, „Cicada“ von Exomène, „People talking (Adults & Children)“ von Breviceps, „swish/whoosh 2“ von JSilverSound

 

Datierung: um 360 v. Chr.
Maße: erhaltene Höhe: 95 cm, Breite 63 cm, Tiefe 11 cm
Material: Marmor

Das Objekt ist im Badischen Landesmuseum in der Ausstellung Antike Kulturen zu sehen.
Grabsteine, die an verstorbene Familienmitglieder erinnerten, können heute Hinweise auf die Lebensverhältnisse von Frauen geben. Hier sind drei Frauen zu sehen. Aber das Relief gibt uns ein Rätsel auf: Über den Köpfen der Frauen sind die Namen Plathane, Choiros und Myrrhine in den Stein gehauen. Sind es die Namen der Dargestellten? Klicke auf die Fragezeichen und erfahre mehr über die Frauen und was die Forschung für Ideen hat.

 

Über den Dargestellten sind vier Namen in den Stein geritzt (Detailansicht).

Loutrophoros: Klicke auf die Bilder!

Loutrophoros
Loutrophoros

Die Kinder Athens

Lernen und Spielen vor 2.500 Jahren

Was wir heute über Kinder in Athen vor 2.500 Jahren wissen, stammt vor allem aus antiken Texten über Erziehung oder wurde auf Gefäßen dargestellt. Berühmte Philosophen in Athen stritten darüber, ob Kinder besser nach ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen oder lieber hart und streng erzogen werden sollten. Ihre Erziehung bereitete die Kinder schon früh auf die Rolle vor, die sie als Erwachsene in der demokratischen Gesellschaft einnehmen sollten.
Jungen sollten Bürger werden, die ihre Polis Athen durch ihre Arbeit, den Einsatz im Krieg und politische Beteiligung unterstützten. Damit sie darin erfolgreich werden, war es wohlhabenden Eltern wichtig, dass ihre Söhne die Redekunst gut beherrschten. Außerdem gehörte Sportunterricht zur Ausbildung dazu. Mädchen sollten später als Ehefrauen den Haushalt führen können. Deshalb bekamen sie wie die Jungen meistens Unterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen, aber auch im Musizieren. Für die Jungen war der Unterricht jedoch deutlich umfangreicher.
Trotzdem blieb den Kindern in Athen natürlich auch Zeit zum Spielen, beispielsweise mit kleinen Tierfiguren oder Puppen aus Ton. Die Kinder der Nachbarschaft trafen sich, wenn sie ihren Pflichten entkommen konnten. Es gab sogar spezielle Feste für Kinder.

Die Erziehung von Jungen

  • Schale mit Jungen

    Datierung: um 460 v. Chr.
    Maße: Höhe: 9 cm, Breite: 30 cm, Tiefe: 23 cm
    Material und Technik: Ton, rotfigurige Technik

    Die Vase ist im Badischen Landesmuseum in der Ausstellung Antike Kulturen zu sehen.
    Die Darstellungen auf dieser Schale geben Hinweise darauf, was den Athener*innen bei der Erziehung von Jungen besonders wichtig war.

    Klicke auf die Fragezeichen und erfahre, warum Musik in der Erziehung so wichtig war.

    Auf der Außenseite des Gefäßes wird ein weiterer wichtiger Aspekt der Erziehung von Jungen gezeigt: die militärische Ausbildung. Wir sehen zwei Bilder, in denen Pferde von einem jungen und einem älteren Mann begleitet werden. Pferde konnten sich nur wohlhabende Athener leisten. Die Jungen mussten erst den Umgang mit den Tieren lernen, bevor sie später als Reiter kämpfen konnten. Krieg spielte im Leben der Athener eine große Rolle und es war Aufgabe der Bürger, für ihre Polis zu kämpfen.

Spiele mit dem Hund

  • Junge mit Hund

    Datierung: um 400 v. Chr.
    Maße: Höhe 6 cm, Durchmesser 3 cm
    Material: Ton
    Die Vase ist im Badischen Landesmuseum in der Ausstellung Antike Kulturenzu sehen.

    Das Kännchen zeigt eine typische Situation aus dem Alltag von Kindern in Athen. Die Darstellung ist allerdings nicht ganz leicht zu erkennen, da die weiße Farbe an manchen Stellen bereits abgerieben ist.

    Die Form dieses Gefäßes heißt Choenkännchen. Diese Kännchen sind etwas Besonderes, denn sie waren spezielle Gefäße für Kinder: Beim Athener Frühlingsfest, den Anthesterien, bekamen die Kinder sie von Erwachsenen geschenkt. Die kleinen Gefäße erzählen auf ihren Bildern daher häufig vom Alltag der Kinder.

    Klicke auf die Fragezeichen und erfahre mehr darüber, was hier zu erkennen ist.

Griechisches Frühlingsfest
Demetrios reist mit uns 2.500 Jahre in die Vergangenheit und erzählt, wieso kleine Kinder Kannen geschankt bekamen und Wein trinken durften.

Die Erziehung von Mädchen


Datierung: um 350 v. Chr.
Maße: Höhe: 9 cm, Durchmesser: 6 cm
Material und Technik: Ton, rotfigurige Technik
Die Vase ist im Badischen Landesmuseum in der Ausstellung Antike Kulturen zu sehen.

Was bei der Erziehung von Mädchen wichtig war, können wir auf diesem Kännchen gut erkennen. Es handelt sich um ein sogenanntes Choenkännchen. Auf diesen Gefäßen sind häufig Kinder zu sehen.

Von den Mädchen wurde – wie später von erwachsenen Frauen – vorbildliches Auftreten erwartet. Sie lernten von ihren Müttern oder anderen Frauen wichtige Tätigkeiten im Haushalt, darunter auch das Anfertigen von Kleidung. Auch ihre musikalische Ausbildung war den Athener*innen wichtig. In einigen kultischen Festen erhielten Mädchen besondere Rollen, wodurch ihre gesamte Familie an Ansehen gewinnen konnte. Die Erziehung von Jungen und Mädchen unterschied sich also schon nach wenigen Lebensjahren.

Klicke auf die Fragezeichen und erfahre mehr.


Religion in Athen

Von der Göttin beschützt

Religion gehörte in der Antike fest zum Alltag dazu und religiöse Feste gliederten das Jahr. Die Feste waren wichtig für den Zusammenhalt der Polis, denn alle Menschen begegneten sich hier als Bewohner*innen einer Stadt, die gemeinsam die Gött*innen verehrten: Die männlichen Bürger, Frauen, Kinder, Metöken (Menschen aus anderen Poleis), Reisende und Sklav*innen. Im Bereich der Religion konnten Menschen, die keine politischen Ämter haben durften, wichtige Positionen einnehmen. So gab es zum Beispiel weibliche Priesterinnen.
Wie in anderen Poleis auch, wurden in Athen verschiedene Gött*innen verehrt. Sie waren durch komplizierte Verwandtschaftsverhältnisse miteinander verbunden und man erzählte sich spannende Geschichten über sie. Die Menschen versuchten, sich durch Gebet und Opfer gut mit ihnen zu stellen und sie mit Geschenken (Weihgaben) freundlich zu stimmen. Bei Problemen wendeten sie sich an die jeweils zuständigen Gött*innen, denn alle Gött*innen hatten Spezialgebiete: z.B. Aphrodite die Liebe, Apollon die Musik, Hera die Ehe.
Besonders beliebt war in Athen natürlich die Stadtgöttin Athena. Sie soll der Sage nach mit dem Gott Poseidon, dem Gott des Meeres, um die Stadt Athen gestritten haben. Poseidon beschenkte Athen mit einer Salzwasserquelle, Athena hingegen schenkte einen Olivenbaum. Weil der Baum durch die Oliven Nahrung bringt, siegte Athena und die Stadt bekam den Namen der Göttin.

Preisamphore mit Athena

Ringkampf


Datierung: um 540 v. Chr.
Maße: Höhe 60 cm, Volumen 34 l
Material und Technik: Ton, schwarzfigurige Technik

Die Vase ist im Badischen Landesmuseum in der Ausstellung Antike Kulturen zu sehen.

Athena war nicht nur die Stadtgöttin Athens, sondern auch die Göttin der Weisheit, der Tugend und auch des Krieges. Auf dieser Vase wird sie als Kämpferin gezeigt. Klicke auf die Fragezeichen und erfahren, was sie am Körper trägt!

Ein wichtiges religiöses Fest zu Ehren Athenas waren die Panathenäen, die mit einem Festumzug, sportlichen und musikalischen Wettkämpfen und großen Opferzeremonien ausgerichtet wurden. Als Preis bekamen die Sieger bei den Panathenäen solche Vasen überreicht. Der eigentliche und sehr wertvolle Gewinn befand sich im Inneren: Besonderes Olivenöl, das von „heiligen Olivenbäumen“ kam. Außerdem verdienten sich die Sieger natürlich großen Ruhm.


Auf den Rückseiten der Preis-Vasen ist zu sehen, in welchen Disziplinen die Sportler gesiegt haben. In diesem Fall war es ein Ringkampf. Klicke auf die Fragezeichen und erfahren, wer hier dargestellt ist! Diese Darstellungen konnten den Gewinner an seinen ruhmreichen Sieg erinnern. Weil die Athener*innen bei den Panathenäen ihre Stadtgöttin mit einem großen Fest ehrten, zählte ein Sieg im Wettkampf viel, auch für die gesamte Familie des Siegers. Bürger konnten sich hierbei durch ihre sportlichen Leistungen auszeichnen. Klicke auf die Fragezeichen!

Ehre dem Sieger!
Schon vor über 2.500 Jahren gab es in Griechenland Sportwettkämpfe. Was es zu gewinnen gab? Wer wüsste das besser als der Gewinn selbst. Lauschen wir doch mal seiner Erzählung!

Die Musik in diesem Audio stammt von: freesound.org/people/setuniman/ (cinematic intros » ancient 0N_38mi) Der Soundeffekt stammt von: freesound.org/people/BeeProductive/ (Crowd cheer)

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Münze mit Eule
Münze mit Eule
Amphora mit Opferszene
Amphora mit Opferszene

Theater

Nicht nur Unterhaltung

Theateraufführungen gab es in Athen nur zweimal im Jahr. Sie waren nämlich untrennbar mit religiösen Festlichkeiten verbunden, den Dionysien und den Lenäen. An den Festtagen wurden gleich mehrere Stücke nacheinander aufgeführt. Das Theater war dabei eng an das Leben in Athen und damit auch an die Demokratie geknüpft. Hier kamen die männlichen Bürger und Nicht-Bürger zusammen, wahrscheinlich waren auch Frauen zugelassen.
Die Sitzordnung spiegelte die gesellschaftlichen Rollen: Priester, Amtsträger und verdiente Bürger saßen ganz vorn. Frauen, Kinder und Sklav*innen konnten vermutlich von ganz oben im Theater zuschauen. Finanziert wurden die Aufführungen durch wohlhabende Athener – ein wichtiges Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Athen. 
Die vielen Menschen wurden nicht nur unterhalten, sondern hatten hier auch manchmal direkt mit aktuellen und politischen Themen zu tun. Theaterstücke waren eine Möglichkeit, direkt Kritik an politischen Verhältnissen zu äußern.
Auf die Bühne kamen vor allem Tragödien, also traurige Stücke, und Komödien, also lustige Stücke. In den Tragödien ging es vor allem um bekannte Mythen, die dramatisch inszeniert wurden. In den Komödien wurden viele Witze über die aktuelle politische Situation in Athen gemacht oder die Verhältnisse in der Gesellschaft auf den Kopf gestellt: Männer und Frauen tauschten Rollen. In der echten Welt war das für die Athener*innen überhaupt nicht möglich. Im Theater war dies jedoch große Unterhaltung, bei der man gut lachen konnte.

Figuren von Schauspielern mit Theatermasken

Datierung: 3.-2. Jahrhundert v. Chr.
Maße: B 654: 10 cm, B 655: 8 cm
Material: Ton
Die Terrakotten sind im Badischen Landesmuseum in der Ausstellung Antike Kulturen zu sehen.
Diese beiden Figuren stellen antike Theaterschauspieler dar. Sie sind aus Terrakotta, also gebranntem Ton, und nicht mehr vollständig erhalten. Die Figuren tragen kurze Gewänder (Chiton) sowie Mäntel (Himation) über den Schultern. Bei einem der Objekte gehört außerdem ein ausladender Hut zur Ausstattung. Diese Form der Kopfbedeckung benutzten besonders Reisende in Griechenland, um sich vor der intensiven Sonne zu schützen.

Masken ermöglichten es den Schauspielern, in verschiedene Rollen zu schlüpfen: Kritik an bekannten Politikern war zwar auch außerhalb des Theaters möglich, aber auf der Bühne zeigte sie sich besonders unterhaltsam und zugespitzt. Über die Reaktionen des Publikums wissen wir leider nicht viel. Vermutlich fühlten sich die Menschen gut unterhalten. Wir wissen, dass sich einzelne Politiker gegen ihre Darstellung in der Komödie wehrten, damit aber nicht erfolgreich waren. Das zeigt, dass die Theaterstücke durchaus Gesprächsstoff in der gesamten Bevölkerung gewesen sein müssen.

Seltsame Gestalten
Was hatten Vögel im antiken Theater zu suchen und warum waren Masken so wichtig?

Dieses Audio enthält ein Zitat aus der Komödie "Die Vögel" von Aristophanes. Zitiert nach Niklas Holzberg, Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 19130, Stuttgart 2013, S. 19.

Dionysos

Datierung: um 340 v. Chr.
Maße: Höhe: 46 cm
Material und Technik: Ton, rotfigurige Technik
Das Objekt ist im Badischen Landesmuseum in der Ausstellung Antike Kulturen zu sehen.

Auf dieser Vase lehnt der Gott Dionysos an einem Pfeiler. Er ist an seinen langen Haaren und verschiedenen Attributen, verschiedenen Beigaben, erkennbar. Klicke auf die Fragezeichen und erfahre, was Dionysos in der Hand hält! Musik spielte im griechischen Theater eine große Rolle. Texte wurden nicht nur gesprochen, sondern auch gesungen. Hinzu kamen gelegentlich Tanzeinlagen. Das griechische Theater ähnelt also Opern- oder Musical-Erlebnissen. Die Theaterstücke waren aber eingebettet in die Feste für Dionysos. Das bedeutet, dass die Aufführungen von Opfern und kultischen Handlungen begleitet waren. Hier kam wie bei anderen Festen die Gesellschaft zusammen.


Kurz erklärt: Antike Vasenmalerei

Wie kamen rote und schwarze Figuren auf antike Keramiken?

Keramik = Ein nicht-metallisches anorganisches Stoffgemisch, das sich ungebrannt mit Wasser gemischt formen lässt Oder einfacher: „Als Keramik werden Gegenstände bezeichnet, die aus Ton hergestellt und in einem Ofen gebrannt werden“.

Woher kommen die Farben? Die unterschiedlichen Farben der antiken Keramiken entstanden durch chemische Reaktionen beim Brennen des Tons. So verwandelte sich das gelbliche Eisenoxid, das im ungebrannten Ton vorhanden ist, bei über 800° Celsius und je nach Sauerstoffzufuhr im Ofen sowohl in schwarzes als auch rotes Eisenoxid.

Die schwarzfigurige Malerei

Womit wurde gemalt? Zunächst haben die Töpfer Tonschlicker angerührt: Eine flüssige Mischung aus mit Wasser verdünntem Ton, die andere Eigenschaften beim Brennen hat als der Ton. Mit diesem Tonschlicker wurde der Umriss der Figur oder des Gegenstandes mit einem Pinsel auf den ungebrannten, aber noch etwas feuchten („lederharten“) Ton gemalt.

Danach wurden allen Flächen mit dem Tonschlicker ausgefüllt, die nach dem Brennen schwarz aussehen sollen. Ritzungen oder Schraffuren, die später beim Brennen rot wurden, konnten als Verzierungen eingefügt werden.

Das Wunder passiert! Die drei Brennphasen des getrockneten Tons: 1. Brand in einem holzbefeuerten Ofen bei über 800° Celsius: Aus Ton wird Keramik, die nicht mehr verformbar ist.

2. Die Luftzufuhr für den Ofen wird unterbrochen: Aus dem gelben Eisenoxid im Ton entsteht schwarzes Eisenoxid. Die ganze Fläche färbt sich schwarz.

3. Dem Ofen wird wieder Luft zugeführt: Die Malerei mit dem Tonschlicker bleibt schwarz, weil sich die feinen Teilchen des Tonschlickers dort dicht verbinden und die Poren verschließen, so dass kein Sauerstoff mehr eindringen kann. Die schwarze Umgebung ohne Tonschlicker färbt sich durch den Sauerstoff in den Poren rot. Das schwarze Eisenoxid wird in rotes Eisenoxid umgewandelt.

Alles umgekehrt: Irgendwann wurde den griechischen Künstlern die schwarzfigurige Malerei langweilig und sie kehrten die Malweise um: Es entwickelte sich die rotfigurige Malerei.

Wo wird alles rot? Bei der rotfigurige Keramik sind die Figuren auf den Vasen rot und die Umgebung schwarz. Zuerst wurde mit Tonschlicker der Umriss gemalt. Nun wurden aber alle Flächen außen herum ausgefüllt und Verzierungen mit Ritzungen vorgenommen.

Und wieder das Wunder! Nach den drei Brennvorgängen waren diese Flächen schwarz und die Figuren rot. Jetzt konnten noch mit weißer Farbe Dekorationen hinzugefügt werden.


Und heute?

Ein Zeichnung von Großherzog Karl Friedrich vor einer bunten Tapete.

King Karl: Monarchie oder Demokratie?

King Karl – eine App für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren: Na nu, Großherzog Karl Friedrich lebt? Plötzlich steht er wieder auf dem Schlossplatz und muss feststellen: Es hat sich einiges verändert! Sein Schloss ist ein Museum und viel schlimmer: Er besitzt keinerlei Macht mehr! „So geht das nicht“, beschließt er. Mit Deiner Hilfe möchte er nun seine Macht zurückerlangen. In unserer kostenfreien Spiele-App kannst Du in verschiedenen Mini-Games entscheiden: Monarchie oder Demokratie? Die App ist kostenfrei für iOS und Android verfügbar.

Hier geht`s zur App King Karl

Drei Schülerinnen diskutieren im Bereich antike Demokratie

Lass uns über Demokratie reden!

Auf dieser Seite konntest Du erfahren, wo unsere Demokratie herkommt und wie sie in der Antike gestaltet wurde. Wie hat sich die Demokratie entwickelt und wo steht sie heute? Was bedeutet sie für Dich?

Im Netz kannst Du viele gute Anregungen finden, um über Demokratie nachzudenken und zu diskutieren. Es gibt sehr viele Materialien für Lehrkräfte und Schulklassen, um sich mit dem Thema Demokratie und politische Bildung in der Gegenwart auseinanderzusetzen. Wir haben zum Einstieg eine kleine Auswahl zusammengestellt.

Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Die Merkmale einer Demokratie | Überblick der LpB BW

Bundeszentrale für politische Bildung
Was heißt hier Demokratie? [PDF]

John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie (JoDDiD) der TU Dresden
Ideenpool
Spezial Kollektion Schule

Frag den Staat 
Portal für Informationsfreiheit - FragDenStaat

Demokratiewebstatt (Österreich)
Schwerpunkt Medien, Soziale Medien und Fake News [PDF]