Ich glaube an einen Gott
Zierscheiben aus Hüfingen, Grab 1, Schwarzwald-Baar-Kreis
Um 600
Silberblech
Inv.-Nr.: 73/171 a-b; L 601
1966 wurde in Hüfingen das reich ausgestattete Grab eines jungen Mannes entdeckt. Zu den Beigaben gehörte ein Pferdegeschirr mit drei Zierscheiben. Die mittlere Scheibe zeigt Maria mit dem Christuskind. Auf den beiden anderen ist jeweils ein mit einer menschenköpfigen Schlange kämpfender Reiter dargestellt. Die Reiter ziehen im Namen Christi und unter seinem Schutz in den Kampf gegen das Böse. Solche Motive weisen in den byzantinischen Raum, doch handelt es sich wohl um eine Arbeit aus Oberitalien.

Erste Taufen
Bereits seit dem 4. Jahrhundert war das Christentum Staatsreligion im Römischen Reich. Die Germanen wandten sich nur zögerlich dem christlichen Glauben zu. Nach dem Sieg der Franken über die Alamannen in der Schlacht von Zülpich (496), ließ sich Frankenkönig Chlodwig (466-511) unter dem Einfluss seiner katholischen Frau Chrodechild (475-544), in Reims 498/499 von Bischof Remigius taufen und mit ihm zahlreiche seiner Gefolgsleute. Dies begünstigte die Verbreitung des Christentums.

Erste christliche Zeichen
In der Merowingerzeit wurden den Toten zunehmend Objekte mit christlichen Symbolen und Motiven beigegeben. Fibeln, Schnallen, Anhänger und Riemenverteiler zeigen auf der Oberseite eingearbeitete Kreuze oder ein christliches Bildmotiv, wie etwa den Lebensbaum, der die Überwindung des Todes durch den Kreuzestod Christi symbolisiert. Goldblattkreuze wurden den Toten im langobardischen Italien und im alamannischen Südwestdeutschland, aufgenäht auf ein Leichentuch, mit ins Grab gegeben.

Ende der Beigabensitte
Im Laufe der Merowingerzeit verbreitete sich das Christentum. In der Zeit um 700 begann man damit, Verstorbene neben oder in Kirchen zu bestatten, wie zum Beispiel in Münzesheim, Stadt Kraichtal. Nach und nach werden immer weniger Beigaben oder nur noch einfache Bronzekreuze, entweder als Fibel oder zum Aufnähen auf die Kleidung der Toten, mit ins Grab gegeben. Regional unterschiedlich wurde in der Zeit zwischen dem Ende des 7. Jahrhunderts und im 8. Jahrhundert die Beigabensitte vollkommen aufgegeben.