Geschichte

Nach der Abdankung des letzten badischen Großherzogs Friedrich II. wurde das Karlsruher Schloss 1918 vom badischen Staat übernommen und als Sitz eines neuen kulturgeschichtlichen Museums bestimmt: Das Badische Landesmuseum wurde am 21. November 1919 gegründet und hat seitdem seinen Sitz in den Mauern des Schlosses. Als Bestand wurden ihm die seit dem 16. Jahrhundert zusammengetragenen markgräflichen und großherzoglichen Sammlungen für Altertumskunde, Völkerkunde und badische Volkskunde sowie die Sammlungen des Kunstgewerbemuseums zugewiesen. Wenig später wurden die Karlsruher Türkenbeute und schließlich 1936 das Münzkabinett eingegliedert.

Ein Landesmuseum für Karlsruhe

Die feierliche Eröffnung fand am 24. Juli 1921 statt. In den historischen Räumen waren von nun an die archäologischen und kulturgeschichtlichen Schausammlungen für die Öffentlichkeit zugänglich. Ab Herbst 1923 wurde die Karlsruher Türkenbeute im ehemaligen Gartensaal des Schlosses präsentiert, 1924 war die volkskundliche Abteilung im Dachgeschoss eingerichtet. Mit der Einrichtung des Münzkabinetts im rechten Seitengebäude waren seit Juni 1936 alle Sammlungen des Museums für die Besucher*innen zu besichtigen.

Der Zweite Weltkrieg stellte einen dramatischen Einschnitt für das Landesmuseum dar. Am 1. Dezember 1939 musste es geschlossen werden. Im Angesicht der drohenden Gefahr durch Luftangriffe wurde ein Großteil der Bestände aus dem Schloss an sichere Orte gebracht und überdauerte etwa im Salzbergwerk Heilbronn oder im Gefängnis von Pfullendorf den Krieg. Das Karlsruher Schloss hingegen brannte bei einem Luftangriff am 27. September 1944 bis auf seine Außenmauern nieder.

Das Museum nach dem 2. Weltkrieg

1946 bis 1951 wurden die ausgelagerten Bestände nach Karlsruhe zurückgeführt, an einen Wiederaufbau des Schlosses in der kriegszerstörten Stadt war jedoch zunächst nicht zu denken. Dieser begann schließlich 1952 und wurde mit der feierlichen Einweihung des neu eingerichteten Museums im Jahre 1966 abgeschlossen. Dabei wurde zwar die barocke Fassade detailgenau wiederhergestellt, das Innere des Schlosses allerdings als zeitgemäßes Museum gestaltet. Die Meisterwerke der Sammlung wurden nach Epochen geordnet wirkungsvoll präsentiert.

Mit dem Wiederaufbau des Schlosses hatte Karlsruhe seinen historischen und architektonischen Mittelpunkt zurückerhalten – und mit der Wiedereröffnung des Badischen Landesmuseums auch sein kulturelles Zentrum. Als erste große Sonderausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg veranstaltete das Museum 1955 die Ausstellung zum 300. Geburtstag des „Türkenlouis“ Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, in deren Zentrum die Karlsruher Türkenbeute stand. In der Folgezeit machte sich das Museum mit großen Sonderausstellungen zu Themen der Antike sowie zur Kunst- und Kulturgeschichte einen Namen.

Das Museum heute

Das Badische Landesmuseum verwahrt aktuell auf rund 500.000 Objekte. Im Laufe der Zeit erhielt das Museum mehrere Außenstellen und Zweigmuseen. Aktuell sind es in Karlsruhe das Museum beim Markt und das Museum in der Majolika. In Bruchsal unterhält das Badische Landesmuseum das Deutsche Musikautomaten-Museum. Hinzu kommt die Außenstelle Südbaden als Forschungsstelle und Archiv zur Volkskunde Badens, dem das Keramikmuseum Staufen angeschlossen ist. Das Landesmuseum betreibt auch das Klostermuseum Hirsau, das Schloss Neuenbürg und das Klostermuseum Salem.

Seit 2014 ist Eckart Köhne Wissenschaftlicher Direktor des Badischen Landesmuseums. Es ist nun an ihm, das Karlsruher Schloss mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Wiederherstellung durch die notwendige bauliche Generalsanierung zu führen und mit einer zeitgemäßen Museumskonzeption neu zu gestalten.