Geschichte des Keramikmuseums

Vom Hafnerhaus zum Keramikmuseum

Die Geschichte des Keramikmuseums Staufen ist eng mit der jahrhundertealten Töpfertradition der Stadt verbunden. Bereits seit dem Mittelalter waren in Staufen Hafner tätig, die Gefäße und Gebrauchskeramik für den täglichen Bedarf herstellten. Von dieser langen Handwerkstradition zeugt bis heute das ehemalige Hafnerhaus am Rande der Altstadt. Hier lebten und arbeiteten der in der Tradition stehende Hafner Josef Maier und zuletzt der moderne Keramiker Egon Bregger. Seit 1991 ist das historische Gebäude ein Museum. Die ehemalige Werkstatt mit Tongrube, Drehscheibe und zwei unter Denkmalschutz stehenden Holzbrennöfen ist bis heute erhalten.

Vom Gebrauchsgeschirr zur Zierkeramik

Josef Maier (1871–1948) produzierte zunächst Gebrauchsgeschirr für den Alltagsbedarf auf dem Lande. Als vielerorts der Absatz der Hafnereien durch das Aufkommen von Fabrikwaren zurückging, entwickelte Maier zudem eine bunte, mit volkstümlichen Sprüchen belebte Zierkeramik und traf damit den Geschmack eines heimatbegeisterten, städtischen Kundenkreises.

Detailaufnahme eines Keramikmusters von Josef Maier im Keramikmuseum Staufen. Eine sternförmige Blüte mit rotbraunen Blättern, weißen Punkten und konzentrischen Kreisen schmückt die intensiv blau glasierte Oberfläche. Das Badische Landesmuseum dokumentiert mit diesem kunstvollen Dekor die Vielfalt keramischer Gestaltung und Kultur.
Die Sammlung von Josef Maier im Keramikmuseum Staufen zeigt blau glasierte Keramik mit dekorativen Mustern. Im Mittelpunkt steht ein bauchiger Krug mit weißen und braunen Wellenlinien, flankiert von Tellern und Schalen mit floralen Motiven. Das Badische Landesmuseum präsentiert damit einen Einblick in die keramische Kultur.
Die Sammlung von Josef Maier im Keramikmuseum Staufen zeigt blau glasierte Keramik mit dekorativen Mustern. Im Mittelpunkt steht ein bauchiger Krug mit weißen und braunen Wellenlinien, flankiert von Tellern und Schalen mit floralen Motiven. Das Badische Landesmuseum präsentiert damit einen Einblick in die keramische Kultur.

Zwischen Kunst und Handwerk

Nach dem Tod Maiers führte sein Schwiegersohn Egon Bregger (1902–1966) die Werkstatt fort. Der Schwarzwälder aus Bernau hatte bei dem Bauhaus-Schüler Otto Lindig in Dornburg gelernt und bereits eine eigene Werkstatt in Bernau. Auch die Staufener Werkstatt verwandelte er in eine künstlerische Experimentierstätte, fertigte mit selbst entwickelten Tonen und Glasuren und einer ausgetüftelten Brandführung individuelle Einzelstücke. In sogenannten Rauchbränden gelangen bemerkenswerte Glasurbilder. 

Im Keramikmuseum Staufen des Badischen Landesmuseums stehen unterschiedlich glasierte Vasen, Gefäße und Schalen aus Keramik. Die handwerklich gefertigten Stücke vermitteln die Vielfalt der Keramikkunst und regionalen Kultur in Staufen.
Zwei bauchige Keramikvasen von Egon Bregger im Keramikmuseum Staufen. Die Gefäße zeichnen sich durch ihre schlichten Formen und zurückhaltende Gestaltung aus. Eine dunkelblau schimmernde, strukturierte Glasur kontrastiert mit der helleren, olivgrünen Keramik im Vordergrund. Die Ausstellung des Badischen Landesmuseums vermittelt regionale Keramikkultur und handwerkliche Gestaltung.
Blick in die historische Keramikwerkstatt von Egon Bregger im Keramikmuseum Staufen des Badischen Landesmuseums. Auf einem Holztisch stehen große grün und braun glasierte Keramikkrüge mit Henkeln sowie kleinere Schalen und Vasen. Holzregale mit weiteren Tongefäßen und ein großes Fenster prägen den Raum, der Einblicke in die traditionelle Töpferkunst und Keramikkultur in Staufen vermittelt.

Die Figuren von Elisabeth Winter-Bonn

Vordergründig bunt und heiter, beim genaueren Hinsehen jedoch ebenso fremd und einsam wirken die Tonfiguren der Künstlerin Elisabeth Winter-Bonn (1919–2003). Sie greifen menschliche Schwächen teils augenzwinkernd auf und vermitteln zugleich sozialkritische Botschaften.

arbige Keramikfiguren von Elisabeth Winter-Bonn im Keramikmuseum Staufen. Im Vordergrund steht eine männliche Figur mit grünem Oberteil und beigefarbener Hose, dahinter eine Frau im roten Kleid. Rechts ist eine nachdenklich wirkende Figur mit rosafarbenem Oberteil und hellblauer Hose zu sehen. Das Badische Landesmuseum zeigt damit figürliche Keramikkunst als Teil der Kultur.
Im Badischen Landesmuseum zeigt eine keramische Figurengruppe Menschen beim gemeinsamen Fernsehen. Die farbig gestalteten Figuren und der kleine Fernseher greifen Alltag, Freizeit und Kultur als Motiv der Keramikkunst auf.
Eine Glasvitrine im Keramikmuseum Staufen zeigt mehrere stilisierte Figuren von Elisabeth Winter-Bonn auf unterschiedlichen Ebenen. Die farbig gestalteten Keramikskulpturen stellen Menschen in alltäglichen Körperhaltungen dar, darunter eine Frau im roten Kleid und verschiedene männliche Figuren. Das Badische Landesmuseum präsentiert diese Werke im Kontext zeitgenössischer Keramikkultur.