Typisch Germanisch?

Grabfund aus Diersheim, Fundpunkt 63
Rheinau-Diersheim, Ortenaukreis
Suebisch, 1. Jahrhundert
Keramik, Eisen, Bronze, Zinn
Inv.-Nr.: C 11460 a-m-2

Das Gräberfeld Diersheim bestand nur aus Brandgräbern, die zwischen 1933 und 1935 ausgegraben wurden. Diese Urne beinhaltete den Leichenbrand, als Deckel diente ein römischer Teller. Die Beigaben waren um die Urne verstreut. Einige Gegenstände wurden mit dem Toten auf den Scheiterhaufen gelegt, und verschmorten oder verformten sich, wie die bronzene Kasserolle und die Kanne. Andere Objekte, vor allem Waffen, wurden funktionsuntauglich gemacht, indem sie verbogen wurden, wie die Lanzenspitze oder das Messer.

Römer und Germanen

Germanische Stammesteile aus Nordosten drängten nach Südwestdeutschland. Aus römischen Quellen, zum Beispiel Caesars Buch über den Gallischen Krieg, ist ihr Name mit „Suebi Nicretes“, Neckarsueben benannt. In den Jahrzehnten um Christi Geburt waren Römer und romanisierte Kelten im linksrheinischen, Germanen im rechtsrheinischen Gebiet, dem heutigen Südhessen, dem Neckargebiet und der Ortenau, ansässig. Als Nachbarn der Römer konnten sie sich nur mit deren Duldung oder durch einen Vertrag mit Rom in dieser Region niederlassen.

Oberrheinsueben

Das Siedlungsgebiet der Sueben erklärt sich durch die verkehrsgeografische Situation sowie durch klimatische und hydrologische Gesichtspunkte. Es gab ausreichend Wasser und die fruchtbare Rheinebene ließ eine intensive landwirtschaftliche Nutzung zu. Es entstanden bäuerliche Siedlungen mit Ackerbau und Viehzucht. Bei den Grabbeigaben aus dieser Region handelte es sich nicht nur um Erzeugnisse germanischer Produkte, sondern auch um Gegenstände römischer Herkunft.

Alamannen

Den Alamannen gehörten Menschen aus verschiedenen germanischen Stammesverbänden, vorwiegend suebischer Herkunft, an. Darauf geht der Name „Alle Mannen“ zurück. Sie schlossen sich im 2. Jahrhundert mit dem Ziel zusammen römische Gebiete westlich des Rheins zu erobern. Das größte Hindernis war der römische Limes, den sie 259/60 durchbrechen konnten und dadurch die Römer zum Rückzug zwangen. Die Alamannen wurden in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts besiegt und in das Fränkische Reich integriert.