Forschungsprojekt: Provenienz von Jugendstil & Art Déco Objekten

Ein vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördertes Forschungsprojekt untersucht die Herkunft von 2.500 Objekten der angewandten Kunst aus der Sammlung des Badischen Landesmuseums.

Porträt einer lächelnden Frau vor dem Hintergrund der Provenienzforschung im Museum beim Markt in Karlsruhe am Badischen Landesmuseum. Sie trägt ein weißes Top und eine feine Kette, während im Hintergrund ein farbenfrohes Kunstobjekt aus der Sammlung den Raum für Kultur und historische Aufarbeitung bereichert. Im Hintergrund ein Ofen der Art Deco Zeit.


Woher stammt ein Objekt? Wer hat es besessen? Und unter welchen Umständen gelangte es in die Sammlung eines Museums? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Provenienzforschung. Im Badischen Landesmuseum widmet sich ein neues, auf drei Jahre angelegtes Forschungsprojekt der Herkunft von rund 2.500 Objekten aus der Zeit des Jugendstils und des Art Déco. Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) gefördert und von Provenienzforscherin Chiara Schrankl bearbeitet.

Der Schwerpunkt der ausgewählten Objekte liegt auf Keramik, Glas und Metall. Darüber hinaus werden auch Möbel, Textilien und  Spielzeug untersucht. Im Fokus stehen Objekte, die  ab Mitte der 1950er Jahre für die Sammlung des Badischen Landesmuseums erworben wurden.

Spurensuche im Museum beim Markt

Die untersuchten Werke befinden sich im Museum beim Markt. Dieser Bestand ist während der Generalsanierung des Karlsruher Schlosses weiterhin zugänglich und kann unmittelbar am Objekt erforscht werden.

Im Zentrum des Projekts steht ein systematischer Erstcheck. Dabei untersucht Chiara Schrankl die Objekte unter anderem auf Hinweise zu ihrer Herkunftsgeschichte. Manufakturmarken auf Keramiken, Künstlersignaturen, Sammlungsetiketten privater Sammler*innen oder Etiketten von Kunsthandlungen können entscheidende Spuren liefern.

Ein Kachelofen von Robert Obsieger aus Wien, ein Frisiertisch von Dagobert Peche, ein Buffet von Max Laeuger oder ein Sessel von Robert Oréans gehören zu den Objekten, deren Geschichte genauer untersucht wird. Manche Provenienzen sind bereits gut dokumentiert, andere werfen noch Fragen auf.

Auf der Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut

Ein zentrales Ziel ist die Recherche nach eventuell NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut. Dabei wird untersucht, ob die Objekte ehemals im Eigentum jüdischer und politisch Verfolgter befanden und diesen  unrechtmäßig entzogen wurden.

Forschung für eine transparente Sammlungsgeschichte

Provenienzforschung trägt dazu bei, die Geschichte einer Sammlung nachvollziehbar zu machen. Mit dem dreijährigen Forschungsprojekt sollen bestehende Wissenslücken geschlossen und neue Erkenntnisse über die Herkunft der Bestände des Badischen Landesmuseums gewonnen werden.