Plakat zur Ausstellung „Jugendstil international“ © Badisches Landesmuseum
Jugendstil international
Keramische Kunst ohne Grenzen
Die Epoche des Jugendstils war durch eine unbändige Experimentierfreude gekennzeichnet – verschiedenste gestalterische Ausdrucksweisen traten nebeneinander auf. Je nach Temperament der Künstler*innen entstanden äußerst eigenwillige und divergierende Formen. Die einen bevorzugten das Florale, andere arbeiteten eher geometrisierend. Hinzu kamen abweichende nationale und regionale Ausprägungen. Dies hatte zur Folge, dass sich keine homogene Formensprache des Jugendstils herausbildete. Die Vielfalt wurde zum gemeinsamen Nenner. Diesen unterschiedlichen Ausprägungen der keramischen Kunst des Jugendstils in den jeweiligen Ländern widmet sich nun eine aktuelle Ausstellung im Keramikmuseum Staufen.
Die Begriffe „Raumkunst“, „Gesamtkunstwerk“ und „Universalkünstler“ sind typisch für die Ära des Jugendstils. Die in der Ausstellung berück-sichtigten Künstler wie Émile Gallé, Henry van de Velde, Richard Riemerschmid, Peter Behrens, Joseph Maria Olbrich oder Max Laeuger waren „Alleskünstler“: Sie wagten sich über ihre ursprüngliche Ausbildung hinaus aus der Komfortzone in neue künstlerische Gebiete. So widmeten sich beispielsweise Maler der Architektur oder dem Kunsthandwerk, während Architekten begannen zu töpfern oder zu malen. Der Jugendstil verstand sich als eine Reformbewegung, die alle Bereiche des modernen Lebens umfasste. Das gesamte Wohn- und Lebensumfeld des Menschen inklusive der praktischen Dinge des alltäglichen Gebrauchs sollte sich der neuen künstlerischen Durchgestaltung und dem zeitgemäßen Stil anpassen – einschließlich Architektur, Stuck, Glasfenstern, Tapeten, Vorhängen, Möbeln, Besteck bis hin zu Geschirr und keramischen Erzeugnissen. Peter Behrens brachte diese Auffassung treffend auf den Punkt: „Stil ist das Symbol des Gesamtempfindens, der ganzen Lebensauffassung einer Zeit, und zeigt sich nur im Universum aller Künste.“ Die Ausstellung ist eine Einladung, die spannende Welt des Jugendstils neu zu entdecken.
Jugendstil international
Sonderausstellung
6. Februar 2026 bis 28. November 2027
Keramikmuseum Staufen
Ihre Ansprechpartnerin
Referat Kunst-und Kulturgeschichte, Kuratorin Angewandte Kunst 1850-1945, Keramikmuseum Staufen, Museum in der Majolika
E-Mail schreibenKeramikmuseum Staufen
Wettelbrunner Str. 3, 79219 Staufen i. Brsg.
- Erwachsene2,50 Euro
- Ermäßigt1,50 Euro
- Familie4 Euro
Mo, Di geschlossen
Mi–Sa 14–17 Uhr, So 12–17 Uhr
Bildergalerie








Deckeldose mit Schmetterlingen, Keramiker Vilmos Zsolnay, Hersteller Zsolnay Porcelán Rt., Fünfkirchen, Ungarn, 1895-1900 © Badisches Landesmuseum, Foto: Hannes Deters
Bodenvase mit stilisierten Vögeln, Künstler Galileo Chini, Hersteller L’Arte della Ceramica Florenz, Italien, 1900-1902 © Badisches Landesmuseum, Foto: Peter Gaul
Krinolinendame Sommer, Entwerfer Michael Powolny, Hersteller Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik, Wien, Österreich, um 1912 © Badisches Landesmuseum, Foto: Hannes Deters
Wandteller mit Berglandschaft und Wasserfall, Künstler Clément Massier, Golfe-Juan, Frankreich, um 1895 © Badisches Landesmuseum, Foto: Th. Goldschmidt
Vase mit Trauben-Dekor und Weinlaub, Hersteller Zsolnay Porcelán Rt., Fünfkirchen, Ungarn, um 1895 © Badisches Landesmuseum, Foto: Hannes Deters
Jugendstilfliese mit Landschaft beim Mondschein, Hersteller Wessels Wandplatten-Fabrik, Bonn, Deutschland, um 1900 © Badisches Landesmuseum, Foto: Peter Gaul
Kopf „Erwachen“, Entwerfer Paul Börner, Hersteller Königlich-Sächsische, Porzellan-Manufaktur Meißen, Deutschland, um 1911 © Badisches Landesmuseum, Foto: Th. Goldschmidt
