Das neue Museumskonzept

„Eigentümer der Sammlungen des Badischen Landesmuseums sind die Bürgerinnen und Bürger des Landes. Deswegen ist es nur konsequent, ihnen den Zugang zu ihrem eigenen kulturellen Erbe zu öffnen.“ – Prof. Dr. Eckart Köhne

Im Vorfeld einer Generalsanierung des Karlsruher Schlosses wurde ein revolutionäres Konzept für die Sammlungen des Museums entwickelt. An die Stelle der Eintrittskarte tritt ein Nutzerausweis, der zum wiederholten Besuch der Sammlungsausstellungen animiert. Diese beginnen künftig mit einer Präsentation ausgewählter Highlights. Daran schließt sich die sog. Expothek an: Dieses neue und einzigartige Format gleicht einem Forschungslabor und soll Besucher*innen die Möglichkeit bieten, aktive Nutzer*innen des Museums zu werden. An Präsentationstische können Originale vorgelegt werden, dazu bieten Arbeitsplätze allen Interessierten die Möglichkeit, unmittelbar mit den Objekten zu forschen. Digitale Features und moderne Technologien wie 3D-Scan und Virtual Reality bieten darüber hinaus innovative Wege, Kultur und Geschichte zu erleben. In der neuen Sammlungsausstellung Archäologie in Baden wird das Konzept erstmals erprobt.



Digitale Strategie

In der Regel können Museen lediglich einen Bruchteil ihrer Sammlungen ausstellen – so stehen den 13.000 Exponaten unserer Schausammlung 500.000 Objekte in den Depots gegenüber. Wir möchten unsere Datensätze öffentlich zugänglich machen und den Museumsbesuch mit Online-Angeboten wie Spielen und Rätsel in die digitale Welt ausweiten. Derzeit zählt die stetig wachsende Objektdatenbank bereits über 181.400 Objekt- und 276.900 Bilddatensätze. Hinzu kommen im Laufe des Jahres weitere Daten, insbesondere hochauflösende 3D-Digitalisate. Speziell hierfür steht in der Sammlungsausstellung „Archäologie in Baden – Expothekˡ“ eine intuitiv bedienbare und leicht verständliche 3D-Digitalisierungsstation mit Roboterarm und Drehteller zur Verfügung. Diese wurde von der Abteilung Digitalisierung von Kulturerbe vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD erstellt. Die entstandenen Digitalisate sollen vor Ort abrufbar sein und werden darüber hinaus auch direkt in die Objektdatenbank des Museums eingespeist. Damit können die Daten von weiteren Portalen genutzt werden (open acess): z.B. dem öffentlichen Digitalen Katalog auf der neuen Website, der Deutschen Digitalen Bibliothek, Europeana oder Nutzerplattformen wie Sketchfab.

An die Stelle der herkömmlichen Eintrittskarte tritt ein Nutzerausweis. Mit diesem können die Nutzer*innen die einzelnen Sammlungsobjekte, deren Geschichte und Zusammenhänge erforschen – auch im Web.

Mehr Raum für Sonderausstellungen

Auch in Zukunft bleiben wechselnde Sonderausstellungen einer unserer Hauptanziehungspunkte. Durch die Vergrößerung der  Ausstellungsfläche von 900 auf 1.500 qm und die Ausweitung auf zwei Ebenen wird ein echter Rundgang ermöglicht. Mit ihrer zeitlich begrenzten Dauer sind sie ideale Präsentationsforen für die Darstellung aktueller Forschungen. Sie verbinden europäische Kunst- und Kulturgeschichte mit einer globalen Perspektive und stellen aktuelle Bezüge zu Fragestellungen der Gegenwart her. Eine zeitgemäße Gestaltung machen die Sonderausstellungen für Besucher*innen aus allen gesellschaftlichen Gruppen attraktiv.

Ein offenes Haus

Als Mittelpunkt von Karlsruhe soll das Schloss offen zugänglich sein. Neben der dauerhaften Öffnung des Durchgangs zwischen Stadt und Park durch das Foyer sollen Räume und Möglichkeiten geschaffen werden, die das Schloss zum Treffpunkt für Jung und Alt machen. Das Foyer wird neu gestaltet und in den östlichen Flügel hinein erweitert.