Vika Mitrichenko - Recent Notes / Jüngste Notizen

10. Februar – 26. März 2023

In der eigens für das STUDIO KM Staufen vorbereiteten Installation setzt sich Vika Mitrichenko aus Minsk (*1972) mit der Gewalt in ihrem Heimatland Belarus, den Restriktionen gegen Künstler*innen und dem Krieg Putins gegen die Ukraine auseinander. Sie beschreibt den verzweifelten Kampf, die Wut und Ohnmacht gegenüber den schrecklichen Ereignissen, die unerwartet auf den Menschen hereinbrechen und sein Leben radikal verändern. Ob Pandemie oder Krieg, es kann uns alle treffen.

Die Absolventin der Gerrit Rietveld Akademie (2004) und der Rijksakademie (2007) in Amsterdam sucht im Vereinen des Unvereinbaren neue Wege des künstlerischen Ausdrucks. Ihre Gefäße werden, wie sie eben werden. Ungeschönte Pötte bemalt die Künstlerin ungestüm mit bekannten Motiven der Kunstgeschichte und betextet sie mit Notizen aus ihrem Tagebuch. Mit diesen Pasticcio nimmt sie Bezug auf die Katastrophen unserer Zeit, auf die Pandemie und Quarantäne, politische Verfolgung und Arbeitsverlust, auf gesellschaftliche Umbrüche und ihre Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft.

Von 10. Februar bis 26. März 2023 stellt Vika Mitrichenko im STUDIO Keramikmuseum Staufen aus. Zur Vernissage am Freitag, 10. Februar, um 19 Uhr spricht Laura Wanckel M.A. (Kunsthistorikerin) und spielt Bärbel Libera (Gitarristin), beide aus Freiburg.

Anfragen an Dr. Maria Schüly
Tel. 0761 407819, maria.schuely@googlemail.com

Vorschau Studioausstellungen 2023

  • Ulrike Uschmann, Osnabrück

    31.3.-21.5.2023 - Farbiges Rauschen
    Kooperation mit der Keramikwerkstatt Fabrik in Freiburg / Workshop

    Das Hineinfühlen in Farbe, Malen aus dem Flow, selbstvergessen, spielerisch und intuitiv, treibt die an der Burg Giebichenstein KHS Halle ausgebildete Künstlerin (*1985) an, die seit 2019 in Osnabrück lebt. Sie bricht mit traditionellen Sehgewohnheiten, wenn sie durch das Aufeinandertürmen von Vasen- und Schalenformen neue Gefäßkörper schafft. Gleichzeitig sind ihre Porzellanvasen in Form gegossene Farbe. Auch in ihren Installationen widerspricht sie Erwartungen, wenn sich ihre Vasen im Farbenrausch von Malbahnen verlieren.

  • Billa Reitzner, München

    26.5.-2.7.2023 – vice versa

    Feinheit, Ruhe und unaufgeregte Klarheit ist die Maxime der Keramikerin (*1961) aus München. Seit 30 Jahren entwickelt sie ihr Porzellangeschirr, frei gedreht und zart durchscheinend, behutsam weiter. Warmweiß, graphitschwarz oder lackrot, ihre strengen Formen mit weich gerundeten Rändern liegen angenehm in der Hand. In ihren Servierplatten lebt sie ihre Vorliebe für geometrische Muster aus, ihre Schalen mit Lochmuster überraschen durch ihr Schattenspiel (2017 Bayerischer Staatspreis). Und was für Löffel! Keiner gleicht dem anderen.

  • André Fasolin, CH – Basel

    7.7.-20.8.2023 - Zwischen Natur und Mensch

    In seinen Schalen verschmelzen Jahrmillionen schweizerischer Erdgeschichte und stellen eine besondere Verbindung zwischen Natur und Mensch her. Seit über 20 Jahren arbeitet der Autodidakt (*1964) aus der Nähe von Basel ausschließlich mit einheimischen Rohstoffen, die er selbst abbaut und in unzähligen Versuchsreihen zu Tonmassen und Glasuren für den Brand bei 1280°C entwickelt. Seine Teeschalen sind kleine Kostbarkeiten, Einzelstücke mit raffinierten Glasuren, inspiriert von chinesischen Vorbildern.

  • Pascale Klingelschmitt, F – Lautenbach

    25.8.-8.10.2023 – Focus

    Fasziniert von Röntgen- und Mikroskopbildern, hinterfragt die Künstlerin (*1968) aus Lautenbach/ Elsass die Eigenheiten lebendiger Organismen, ihrer Strukturen, Zeitlichkeiten und Zustände der Veränderung. Seit 2017 gestaltet sie den Prix Curie. Die Absolventin des Maison de la Céramique in Mulhouse (2000) und der Kunsthochschule Besançon (Diplom Plastik 2013) sucht Prinzipien des Wachstums sichtbar zu machen. Ihre organischen Formen entfalten sich gleichsam aus dem Laborglas, der Statik enthoben, frei im Raum.

  • Corinna Smyth, Kandern

    13.10.-26.11.2023 – Stille Gefäße

    Die Keramikerin (*1971) aus Dublin, Absolventin der Freien Kunstakademie Nürtingen und seit 2018 in Kandern, denkt in besonderem Maße die Präsentation und Wirkung von Speisen und Getränken mit. Ihre Gefäße möchten dienen, Träger sein, Raum geben und eine Aura schaffen. Entsprechend zurückhaltend sind Formen, Farben und Oberflächen. Schalen, Platten und Teekannen zeigen eine besondere Nähe zur Natur und stehen doch in deutlichem Kontrast zu ihr. Sie sind optisch, haptisch und akustisch unmittelbar erfahrbar.