Aus dem Anagama - Keramik von Michel Cohen

20. Mai - 3. Juli 2022

Vierzig Jahre leidenschaftliche Auseinandersetzung mit allen Aspekten des keramischen Schaffens kennzeichnen die Arbeiten von Michel Cohen. Der Töpfer kennt seinen Ton, seinen Ofen, sein Holz und das Feuer. Seit dem Alter von dreizehn Jahren forscht er geduldig, hingebungsvoll und hartnäckig und sucht seine kreativen Energien in Gefäße umzuwandeln. Den Betrachter heute ergreifen diese Arbeiten in ihrer urtümlichen Wucht ebenso wie in ihrer zarten Verletzlichkeit.


Fragt man Michel Cohen nach den Quellen seiner Inspiration, erzählt er begeistert vom Spaß, den er in seiner Werkstatt hat, und verschweigt bescheiden, wie viel des Wegs er als Autodidakt bereits gegangen war, ehe er vor 25 Jahren seinen ersten Anagama in den Alpen der Provence gebaut hat. Cohen formt seine Gefäße aus lokalen Tonen und lässt sie nicht aus seinen Händen, bis jedes Stück seinen eigenen Charakter hat und durch das Zusammenspiel von Feuer und Asche im japanischen Holzofen unverwechselbar geworden ist. Diese Gefäße könnten tausend Jahre alt sein und sind doch Kunstwerke von heute.


Von 20. Mai bis 3. Juli 2022 stellt Michel Cohen im Keramikmuseum Staufen aus. Die Eröffnung der Studioausstellung findet am Freitag, 20. Mai um 19 Uhr statt. Der Töpfer Milan Peters aus Freiburg, der einst selbst in Frankreich gelernt hat, stellt seinen Kollegen vor. Frauke Horn spielt Harfe.


Anfragen zum Künstler:
Dr. Maria Schüly, Tel. 0761 407819, maria.schuely@googlemail.com

Vorschau Studioausstellungen 2022

  • Elisa Stützle-Siegsmund, Müllheim

    Elisa Stützle-Siegsmund, Müllheim

    08.07. – 21.08.2022
    Mächtige, weit ausladende Kugelformen mit enger Öffnung und große Schalen bieten viel Fläche und Raum für Farben und Strukturen, die, seltsam fremd und doch vertraut, an Urlandschaften erinnern . Inspiriert von Moosen und Flechten, Wasser und Buschland, Wüsten und Vulkanen, lenkt die in den USA ausgebildete Keramikerin (*1962) aus Müllheim den Blick auf den Planeten Erde mit seiner unfassbaren Kraft und Schönheit . Die Natur in ihrer faszinierenden Vielfalt zwischen Ursprung und Veränderung wird in der Materialität ihrer Werke sinnlich erfahrbar. Elisa Stützle-Siegsmund wurde 2018 mit dem Staatspreis Baden-Württemberg ausgezeichnet.
  • Susan Heise, Leipzig

    Susan Heise, Leipzig

    26.08. – 09.10.2022
    Die an der Hochschule für Kunst und Design Halle Burg Giebichenstein ausgebildete Keramikerin (*1974) arbeitet seit 2007 in Leipzig in eigener Werkstatt. Mit hohem Anspruch an handwerklicher Vollkommenheit fertigt sie schlichtes, zeitlos schönes Porzellangeschirr von lebendiger Transparenz und feinem Klang. Ihre Einzelstücke und Kleinserien entstehen ausschließlich auf der Drehscheibe. Feingeschliffene, geriffelte Außenwände harmonieren mit glatten, zartseladonfarbenen Innenseiten. Europäische und asiatische Vorbilder verbinden sich.
  • Zsuzsa Füzesi, HU-Pécs / CH-Basel

    Zsuzsa Füzesi, HU-Pécs / CH-Basel

    14.10. – 27.11.2022
    Die ungarische Keramikerin (*1953), Schülerin des berühmten Imre Schrammel in Budapest und schließlich selbst lehrend, pendelt seit 1993 zwischen Basel und Pécs. Beim Handaufbau in Wulsttechnik den Prinzipien des Wachstums in der Natur nachspürend, fand sie ihren Stil und schuf "Gebäude" nach den mathematischen Regeln der Iteration (Wiederholung). Fasziniert von der Fraktalgeometrie entstehen komplexe, organische und scheinbar frei gewachsene Formen gleichsam von selbst seit 2012 vor allem in Porzellan und der Gefäßkeramik nicht fremd.

Bildergalerie

Schale von Michel Cohen
Dose von Michel Cohen
Flasche von Michel Cohen
Teekannen von Michel Cohen
Teeschale von Michel Cohen
Große Platte von Michel Cohen