Gleichklang

Susan Heise - 26. August - 9. Oktober 2022

Die Porzellangefäße von Susan Heise bestechen durch klare, schlichte Formen, die, konsequent monochrom in Weiß oder zarten Pastellfarben gehalten, zeitlose Schönheit ausstrahlen. Meisterhaft gedreht, verbindet die Keramikerin in Einzelstücken und Kleinserien handwerkliche Vollkommenheit mit künstlerischem Ausdruck und vielseitiger Nutzbarkeit.

Die in Halle Burg Giebichenstein ausgebildete Keramikerin Susan Heise (*1974) hat seit 2007 ihre eigene Werkstatt in Leipzig. Formen finden, nicht erfinden, ist ihr Credo. Ausprobieren führt zum Lernen und Vertiefen – ein Prozess, der wie die Bewegung der Drehscheibe immer aufs Neue beginnt. Auch wenn die fragilen Gefäße mit ihren zartfarbigen Glasuren zunächst uniform wirken, trügt der Schein: kleine Variationen individualisieren jedes Stück und zeugen von Heises Offenheit, Zufälle im kreativen Moment des Machens zuzulassen. Gleichklang als harmonisches Zusammenspiel, nicht Gleichförmigkeit.

Die Strukturen der Oberflächen sind taktil gestaltet: durchzogen von geriffelten Linien, machen ihre Gefäße nicht nur den Drehprozess sichtbar, sondern laden auch zum Berühren ein. Inspiriert von der weitläufigen, maritimen Landschaft des Nordens, deren Horizont Himmel und Meer aufeinandertreffen lässt, markiert der feinlinige Gefäßrand die Schwelle, wo matte Außenwände in aqua-farbige, glasierte Innenseiten übergehen.

Susan Heises Arbeiten sind von 28. August bis 9. Oktober 2022 im Studio des Keramikmuseums Staufen zu sehen. Zur Vernissage am Freitag, 26. August 2022, um 19 Uhr erläutert Dr. Stephanie Stroh aus dem Augustinermuseum Freiburg die Porzellanarbeiten im Gespräch mit der Künstlerin. Matthias Stich lässt dazu sein Saxophon erklingen.

Anfragen an Dr. Maria Schüly Tel. 0761 407819, maria.schuely@googlemail.com

 

 

Vorschau Studioausstellungen 2022

  • Zsuzsa Füzesi, HU-Pécs / CH-Basel

    Zsuzsa Füzesi, HU-Pécs / CH-Basel

    14.10. – 27.11.2022
    Die ungarische Keramikerin (*1953), Schülerin des berühmten Imre Schrammel in Budapest und schließlich selbst lehrend, pendelt seit 1993 zwischen Basel und Pécs. Beim Handaufbau in Wulsttechnik den Prinzipien des Wachstums in der Natur nachspürend, fand sie ihren Stil und schuf "Gebäude" nach den mathematischen Regeln der Iteration (Wiederholung). Fasziniert von der Fraktalgeometrie entstehen komplexe, organische und scheinbar frei gewachsene Formen gleichsam von selbst seit 2012 vor allem in Porzellan und der Gefäßkeramik nicht fremd.

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