Baden und Europa

Baden und Europa


Kurzbeschreibung

Das zweite Obergeschoss des Karlsruher Schlosses widmet sich der badischen Geschichte. Der chronologische Rundgang führt entlang ausgewählter Exponate und eindrucksvoller Inszenierungen zu den Sternstunden der badischen Kultur und Geschichte.

Epoche

1789 – 21. Jahrhundert

Besonderes

Die große landes- und kulturgeschichtliche Abteilung zeigt Politik, Persönlichkeiten und Alltagsleben in Baden im Spiegel deutscher und europäischer Geschichte.


  • 1789–1848

    Schwarzwälder Kirschtorte, Bollenhut und von der Sonne verwöhnter Wein ... typisch badisch? Seit wann gibt es überhaupt ein zusammenhängendes Gebiet Baden? Was hat sich bis heute aus der „guten alten Zeit“ des Biedermeier erhalten? Diesen und anderen Fragen geht die Ausstellung nach. Der Rundgang führt durch die badische Geschichte im 19. Jahrhundert, die zugleich die historische Entwicklung in Europa widerspiegelt. Der von Napoleon bestimmte Übergang von der Markgrafschaft zum Großherzogtum wird ebenso thematisiert wie der Vormärz, die demokratische Revolution 1848/49 und deren Scheitern.

    Die Inszenierungen einer Handwerkerstube und eines Biedermeiersalons sowie die original erhaltene Einrichtung eines Kolonialwarenladens geben einen lebendigen Eindruck vom Alltagsleben in Baden.

  • 1848–1918

    Das Scheitern der demokratischen Revolution führte in eine Phase der militärischen Fremdherrschaft und politischen Reaktion; die Bevölkerung verarmte. Von 1848 bis 1863 verließen über 100.000 Menschen Baden.

    Der zweite Teil der Ausstellung verfolgt die Entwicklung Badens zum „liberalen Musterland“. Neben der Reichgründung 1870/71 nehmen der Erste Weltkrieg und die anschließende Revolution eine zentrale Rolle ein. Dabei dokumentieren ausgewählte Exponate auf eindrückliche Weise Leben und Alltag der Menschen. Zu den Höhepunkten gehört ein Gemäldezyklus zur Silberhochzeit des Großherzogpaares 1881, der einen aufschlussreichen Einblick in die Trachten der Zeit gibt. Zu einem Besuch lädt das Atelier des Hofbildhauers Kopf ein, der in Baden-Baden die erlauchte Gesellschaft modellierte und dem sogar Kaiser Wilhelm I. Modell saß.

    Zeitgeschichtliche Phänomene – die einsetzende Industrialisierung, die neue Mobilität und der aufkommende Tourismus – werden mit der Geschichte Badens verwoben.

  • 1918–heute

    Mit der Revolution 1918 beginnt der letzte Abschnitt der Ausstellung. Der Rundgang führt durch die Zeit der Weimarer Republik zu den historischen Jugendbewegungen und verfolgt die Frage, ob Deutschland und Frankreich Erbfeinde waren. Auch das Dritte Reich wird nicht ausgespart: Die Ausstellung dokumentiert die Hitlerjugend, die Verfolgungen politischer und ethnischer Gegner und stellt sich der Rolle Badens im Zweiten Weltkrieg. Es folgen der Wiederaufbau aus den Trümmern und das Problem der Südweststaat-Bildung. Dem „Badnerlied“ mit seinen unendlich vielen Strophen ist ein eigener Bereich gewidmet.

    Der thematische Bereich über die Nachkriegszeit spricht die Welt der zeitgenössischen Jugendbewegungen an, die Urlaubsreisen, den Alltagskitsch und die Musik der 50er Jahre. Breiten Raum nimmt auch der Schwarzwald als Kunstraum ein, vom „Schwarzwaldmädel“ über die „Schwarzwaldklinik“ bis hin zur Schwarzwaldfamilie „Die Fallers“. Die Abteilung endet mit der Darstellung des Spitzensports in Baden mit zahlreichen hochrangigen Trophäen.


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